Schlagwort-Archiv: Binge Eating

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Es geht vorbei

Den unten stehenden  Kommentar habe ich gestern zu meinen Text “Du hast die Wahl” bekommen. Ich möchte ihn gerne mit Euch teilen, weil er so wunderbar mutmachend ist. Danke dafür!
Danke auch für all Eure Zuschriften! Ihr müsst Euch keine Sorgen um mich machen. Ich habe meine Wahl längst getroffen, und die heißt Leben, mit allem, was für mich eben dazu gehört. Ich wollte Euch nur einen Eindruck davon geben, wie es im Kopf von Menschen aussieht, die das Leben nicht mehr ertragen. Damit Ihr es besser versteht.

Viele sagen: Na, dann ignorier doch die Stimmen im Kopf! Oder: Such nach Deinem inneren Wesen und schicke es vor! Tja. Wenn ich das nicht schon all die Jahre versucht hätte. Ich versuche es eben weiter. Vielleicht gelingt es mir irgendwann.

Noch ein Wort zu dem “sich als andere Person fühlen und die vorschicken”: Für mich ist das keine Option mehr. Ich habe so lange in meinem Leben eine und mehrere Rollen gespielt, dass ich gar nicht mehr weiß, wer ich eigentlich bin. Das macht nicht nur mir zu schaffen, sondern auch meinem Mann und allen, die mir nahestehen. Gerade möchte ich einfach nur alle selbst kreierten und von außen auferlegten Rollen abstreifen und rausfinden, was dann noch über bleibt. Ich habe so viele Verhaltentrainings hinter mir, dass ich auf Knopfdruck funktioniere. Nur leben ist das nicht.
Mal sehen, wie ich da weiterkomme. Ich halte auch auf dem Laufenden.

Und jetzt geh ich raus und schau nach, ob die Blumen wirklich so bunt sind ;-)

Ich drück Euch, Patricia

Ich kenne diese Verfassung. Ich kenne die Sehnsucht, es möge vorbei sein. Bald. Am Besten sofort. Für mich ist es vorbei. Diese abgrundtiefe, scheinbar unendliche Müdigkeit und Leere, die ständige Selbstverachtung und das Gefühl nur eine Last zu sein. 

Warum es vorbei ist weiß ich nicht genau.  Es fing an mit einer Ärztin, die mir erklärte, dass ich zu blöd bin das Richtige für mein Kind zu tun. Die mir sogar die Polizei ins Haus schickte, um mein Kind vor mir zu schützen. (An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass die Polizisten kopfschüttelnd und uns alles Gute wünschend wieder gegangen sind, ohne einen Grund für diese Aktion gefunden zu haben). Aber da bin ich wie aus einer Trance aufgewacht. Genauso fühlte es sich an. Wie aufwachen.

Mein schlummerndes Ego hat sich aufgebäumt und hat einen Urschrei von sich gegeben. Seitdem ist es für mich vorbei. Ich habe noch kurze Phasen, wo sich alles wieder “blöd” anfühlt, aber das vergeht immer sehr schnell. Auch der Verzicht auf Zucker hat viel bewirkt (das meine ich sehr ernst). Ich lebe wieder. Ich fühle mich wie ein Mensch. Ich habe zwar viel abgenommen, aber ich bin immer noch fett. Ist mir egal. Ich bin nicht bereit, dieser Stimme, die mich dafür verhöhnt, nochmal eine Bühne zu geben. Denn ich bin wieder wach. Ich bestimme, wer in meinem Kopf rumtönt. 

Ich erzähle das nicht, um mich als “besser als ihr” darzustellen. Das ist das Letzte, was ich möchte. Ich möchte Mut machen. Ich dachte jahrzehntelang nur daran, wie und wann ich es(mich)  beenden kann, ohne andere zu sehr damit zu behelligen. Heute weiß ich, das war nicht ich. Das war so was wie ein Albtraum. Aber jetzt bin ich wach. Und dieses Erwachen wünsche ich allen Betroffenen von ganzem Herzen. Dann seht ihr, wie bunt die Blumen sind und wie blau der Himmel leuchtet.  

Gebt nicht auf! Gebt niemals auf!


 

www.jochen-boy.de

Schatzsucher

long time no see…

Ich habe Euch sträflich vernachlässigt.
Vor allem aber habe ich mich selbst vernachlässigt.

Alles, was ich Euch in den vergangenen Artikeln geschrieben habe, hat sehr an meinen Nerven gezerrt… mit den bekannten Auswirkungen.

Seit ein paar Wochen entspannt sich die Lage: Mein Existenzgründerzuschuss ist durch, ich bin jetzt komplett selbstständig, es sind Ferien, DeHasn war mit dem Mausebären eine Woche im Urlaub – und ich hatte Zeit. Es ist unglaublich, wie wertvoll Zeit ist. Vor allem Zeit, sich zu resetten.

Ich habe gemerkt, wie sehr mir diese Minuten und Stunden gefehlt haben. Dazusitzen, sich zu ordnen, Prioritäten zu setzen, sich selbst wieder wichtig zu nehmen. Bis vor kurzem hatte ich dafür überhaupt keinen Kopf. Ich hetzte und hetzte und machte und machte…. und wäre wohl wieder einmal ins Burnout gerannt. Was hat mich abgehalten?

Abgesehen von meiner tollen Familie und meinen Freunden *kuss!* denke ich, dass es zum größten Teil mit meinem Job zusammenhängt. ENDLICH tue ich wieder etwas, was mir Freude macht, was für mich einen Sinn ergibt. Vor allem macht es mich stolz, nun für mich verantwortlich zu sein, MEINE Geschäfte zu führen (und nicht immer den Karren für jemand anderen aus dem Dreck zu ziehen). Es tut mir so gut, meine Zeit einzuteilen. Das ist eine große Freiheit, die ich sehr genieße: Habe ich morgens um fünf einen  Flow, dann arbeite ich eben morgens um fünf. Habe ich mittags keine Energie mehr, tanke ich bei einem Nickerchen auf. Es ist so viel effektiver, so zu arbeiten. Und so zu leben!
Ich arbeite wohl mehr als zuvor. Aber es stresst mich nicht mehr.

Langsam, ganz langsam lege ich mich wieder frei. Geduld braucht das, aber es bringt auch unendliche Ruhe – meditativ, wie das Sandwaschen am Fluss auf der Suche nach Gold.

Den Klinikaufenthalt habe ich gecancelt. Ich frage mich, wie ein depressiver Mensch diese Bürokratieberge bewältigen soll, bis er überhaupt einmal einen Platz in einer für ihn passenden (!) Klinik erhält. Und dazu noch die zu ihm passende (!) Behandlung. Viel zu viel Stress. Und dann: Was ist, wenn man wieder zuhause ist? In der alten Umgebung? Da nehme ich lieber den direkten Weg: sich zuhause besser fühlen lernen.

Das Essen ist nach wie vor meine Krux, aber jetzt habe ich Zeit, mich auch darum zu kümmern. Vor allem ist es ein Umlernen von Gewohnheiten. Und das dauert – zwei Schritte vor, einer zurück. Immerhin! Ein Schritt nach vorne!
Es ist wie beim Tanzen. Da dreht man den Walzer sein Leben lang rechts rum und soll auf einmal links rum zirkeln. Heidewitzka! Das klappt nur mit viel Training. Und Balance. Und einem, der einen sicher im Arm hält <3

Ab er es wird. Und deswegen habe ich jetzt auch die Hintergrundfarbe der Bloghütte auf Weiß geändert. Auf einer Seite zumindest. Ich finde, das ist ein guter Anfang :-)

Passt auf Euch auf!


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Is there anybody…

… out there – help me sing my song?

Ihr Lieben,

weil ich vermisst werde (danke, dass Ihr an mich denkt❤️), kurz ein kleines Zeichen: Das Leben fährt gerade Achterbahn mit mir. Ich bin wieder mal gekündigt worden – eine Stelle, die ich angenommen hatte, um jemanden aus der Patsche zu helfen. Der Mausebär ist in die Schule gekommen und steht jetzt jeden Tag mittags um eins auf der Matte. DeHasn war wieder unterwegs in der Welt und ich allein zu Haus (oder auf dem Arbeitsamt oder beim Arzt oder in der Physiotherapie oder beim Salzteigbacken…)

Ich hab mir den Außenspiegel abgefahren und kämpfe gerade mit der Versicherung, die erst sagte, sie übernehme de12189792_970877066291487_8947825813354643387_nn Schaden und jetzt nichts mehr davon wissen will. Und wenn ich schon dabei bin, schreibe ich dem Pressesprecher der GEZ böse Briefe, weil die sich meine Daten vom Einwohnermeldeamt gemopst haben, aber nicht raffen, dass ich seit drei Jahren nicht mehr alleine wohne und nun verheiratet bin *AAAAARGH*
Der ganz normale Wahnsinn eben, Ihr kennt das.

Ich überstehe Elternabende und Familienfeiern und Bewerbungsgespräche und übe mich in Großmut und Vergebung.  Zwischendurch ploppt die Vergangenheit auf und reißt mich in Fressstrudel, wobei diese nicht mehr so tief sind wie früher. Bei all dem versuche ich, nicht abzurutschen. Ich bin vorgestern 40 geworden und hadere damit, dass die Hälfte meines Lebens vorbei ist, und diese Hälfte ziemlich bescheiden war.

Auf der anderen Seite fühle ich mich so aufgehoben wie nie. Unsere kleine Familie und meine Freunde geben mir viel Kraft und stehen kompromisslos hinter mir. Meine Näherei entwickelt sich weiter… 12046925_752852831487680_4146317145651418258_nund wird bald etwas sein, was mich hauptberuflich beschäftigt. Ein großer psychosomatischer Klinikverband hat meinen Blog entdeckt und mir eine Kooperation angeboten (ich denke noch drüber nach).  Ich bin gerade völlig im Umbruch, und hoffe nur, dass die Depression nicht wieder zuschlägt.

Ich möchte noch so viel schaffen! Ich will meine Selbstständigkeit – in jedweder Hinsicht.

Jetzt sind gerade wieder Ferien, in denen der Mausebär bespaßt  werden will und ich trotz Kündigung brav ins Büro marschiere, um niemanden hängen zu lassen. Sobald ich eine ruhige Minute habe, melde ich mich ausführlich.

Bei Euch hoffentlich alles gut?

Alles Liebe, Patricia


Header: Pixar, Inside out
Foto oben: Meine Geburtstagskarte vom Hasn und meiner Familie. I love you!
Foto unten: Mein Werk.

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Nachts sind alle Torten grau

Die Küche ist meine Gruft und der Kühlschrank mein Grab.
Wenn es dunkel wird und alles schläft (und ich überprüfe sehr genau, ob alles schläft!) steige ich hinab in mein Verderben.
Ich tauche ein und tauche ab ins zwielichtige Heil, grabe meine Hand hindurch und beiße mich fest an allem, was meinen Weg kreuzt, sauge, sauge, sauge, bis nur noch eine leere Hülle bleibt.

Die Küche ist meine Gruft und der Kühlschrank mein Grab.
Meine letzte Bastion, aufs Blut verteidigt wie mein Leben.
Aber ist das noch ein Leben?

„Na, Frau W.“, fragt mein Prof, nachdem wir freudig festgestellt haben, dass ich inzwischen so ziemlich alle Stolpersteine auf meinem Weg zum Glück beseitigt habe, „was wollen wir denn nun angehen?“. „Weiß nicht“, weiche ich aus. „Wie wär’s mit …?“ und ziehe mir eine belanglose Banalität aus der Nase. Er sieht mich an mit diesem Blick, den ich hasse, denn ich weiß, jetzt kommen die Worte, die ich hasse. „Frau W.“, tadelt er, „Sie können die Zukunft nur beeinflussen, wenn Sie die Gegenwart ändern“. Und während ich immer tiefer in meinem Sessel zusammensinke, schneidet er mir mit seinen Worten ins Fleisch: „Wir müssen uns noch um Ihr Essverhalten kümmern.“

Es ist zum Kotzen. Kann er mich damit nicht einfach in Ruhe lassen? Sich um seinen eigenen Kram kümmern? Nein, kann er nicht. Denn mittlerweile ist es so schlimm, dass ich mir die Seele aus dem Hals reihere. Das Essen und ich, wir konnten noch nie gut miteinander. Mal haben wir uns gehasst und monatelang gemieden, mal waren wir so dicke, dass es sich auf meinen Rippen festgefressen hat. Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals normal gegessen zu haben. Und ich kann mich nicht daran erinnern, dass Essen jemals kein Dämon für mich war, der mich besetzt und bezwungen und seinem Willen unterworfen hat.

Mein Tempel liegt auf dem Heimweg vom Job und ist dem Gott der Völlerei geweiht. Diesmal nicht, bitte nicht, bete ich jedes Mal, wenn ich auf ihn stoße. Doch er zieht mich an, zieht mich hinein in seinen Bauch und spuckt mich erst wieder aus, wenn ich ihm genug Opfer dargebracht habe. Der Lohn ist eine Tüte voller Essen, egal welches, die ich zitternd nach Hause trage, verstecke, bis endlich, endlich alle zu Bett gegangen sind und ich sie dann endlich, endlich packe, aufreiße, in mich hineinstopfe, mehr, immer mehr, schonungslos, besinnungslos, bis es mir zu den Ohren herausquillt und ich wie ein zugedröhnter Junkie auf der Couch hänge, der sich gerade einen Schuss verpasst hat.

Wie ein Baby klein und weich
und immer hungrig, doch ganz gleich,
was ich ihm gebe – es tut mir weh
es schreit bis es speit.
Es hält mich wach Tag und Nacht.

Binge Eating nennt das die Psychologie, was soviel heißt wie: Essen bis zum Exzess. Wenn ich einen Anfall habe, verlasse ich meinen Körper, flüchte aus der Kontrollstation, schwebe nach oben und schaue erstaunt auf die Orgie, die sich da zu meinen Füßen abspielt. Meist beginnt es nach dem Abendessen, wenn ich zur Ruhe komme. Und endet spät in der Nacht, wenn ich mich grün- und blau gefressen habe. „Was essen Sie denn da so?“, fragt mein Prof. Ich will ihm nicht antworten, denn ich schäme mich fürchterlich: „Eine 500-Gramm-Tafel Milka und Keks, zwei Schüsseln Müsli, danach zwei Käsebrote, eine Tüte Chips, wieder Schokolade, den Rest Pizza vom Mittag, zwei Tüten gebrannte Mandeln“, würge ich hervor. „Und wenn gar nichts mehr da ist, fresse ich auch noch die Süßigkeitenschublade des Mausebären leer.“

Es ist die große Scham, die mir auch jetzt beim Schreiben in den Augen brennt. Weil ich genau weiß, wie nun alle schockiert und empört ihr Maul aufreißen und schreien: Oh. Mein. Gott. Kann die sich nicht beherrschen?!

Nein, ich kann es nicht, denn ich bin süchtig, und das ist meine allergrößte Schande, dass ich es nicht einfach schaffe, mich zu kontrollieren, im Griff zu haben, dass ich aber- und abermals scheitere und versage und mich auch noch selbst verrate! Denn nach einer solchen Nacht quillt der Gelbe Sack über. DeHasen sagt nichts am nächsten Morgen, aber er sieht es. Schweigend räumt er meinen Müll weg, weil ich ihn gebeten habe, niemals darüber zu sprechen. Dem Mausebären aber kann ich das nicht verbieten. „Mama, wo sind meine Marzipantaler hin?“, fragt sie. Und ich wende mich ab und kann nichts sagen, denn was soll ich antworten außer: „Deine gefräßige Mutter konnte sich nicht beherrschen und hat selbst ihrem sechsjährigen Kind den letzten Schokoriegel weggefressen.“

Zwischenzeitlich hatte ich einen Ausweg gefunden, im wahrsten Wortsinn. Der erste Versuch war leider einfacher als gedacht und so manifestierte sich, was zur neuen Sucht wurde: Wer nach dem Fressen kotzt, ist aus allem fein raus. Wer danach fastet, Diätpülverchen schluckt oder exzessiv Sport treibt, übrigens auch. Die Bulimie hat viele Gesichter und viele Auslöser. Ich bin es müde, nach den meinen zu suchen. Ich weiß, dass mein geringer Belastungspegel dafür verantwortlich ist, und das reicht mir.

Wer frisst und kotzt, hat noch nicht das Leben gefunden, das ihm schmeckt.

Der Prof ist besorgt. „Jetzt“, sagt er, „ist es aber höchste Eisenbahn, das Problem anzugehen!“ Wir üben, nichts mehr zu schlucken und nichts mehr zu erbrechen. Zweiteres klappt, ersteres nicht. Ich kehre zurück zum Binge Eating. Bis mein Körper ganz wund ist, mein Gesicht verquollen und auch DeHasen zum ersten Mal ganz vorsichtig den Einwand wagt, dass „das alles doch ein bisschen zu viel geworden“ sei.

Es hat lange gebraucht, bis ich das auch gesehen habe. Nicht nur von außen, sondern durch meine eigene Brille. Aber jetzt ist es soweit: Ich setze mich auf Entzug, öffne die Türen zu meiner Burg (und schließe die vom Kühlschrank) und sage dem letzten Dämon in meinem Leben den Kampf an. Im Mai wollen wir heiraten, DeHasen und ich. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Ich beginne eine Kur mit Almased. Jeder denkt, ich nehme ab, um ins Hochzeitskleid zu passen und hält gute Tipps parat. Ja. Ein paar Kilos weniger sind ein netter Nebeneffekt, in der Tat. Aber darum geht es nicht. Es geht darum, dem Essen die Macht über mich zu nehmen. Es geht darum, ein ganz normales Leben führen zu können, ohne jede Sekunde überlegen zu müssen, wo ich den nächsten Bissen herbekomme. Leider kann ich nicht wie ein Alkoholiker oder Raucher mein Leben lang auf mein Suchtmittel verzichten. Also muss ich mich damit arrangieren. Almased ist eine Trinkkur. Sie hilft mir zu lernen, Stress nicht mehr durch Kauen zu kompensieren. Als ich merke, dass ich auch lebe, wenn meine Zähne nicht ständig am Mahlen sind, ist der erste Schritt geschafft.

Das war letzte Woche.

Es bleibt ein Balanceakt zwischen Gedeih und Verderben. Bulimiker dürfen in einer Therapie normalerweise keine Diätdrinks nutzen, weil sie damit dass Problem von der Kloschüssel in den Mixer verlagern. Mir muss klar sein, dass mein Pülverchen kein Wunder- und schon gar kein Allheilmittel ist. Während ich mich entwöhne, gewöhne ich mir an: Stressbewältigung ohne Essen. Mein Leben von Ballast zu befreien und nicht mehr alles zu schlucken. Stattdessen zu sagen, was ich will. Das ist mühsam. Aber es wird. Mittlerweile esse ich eine feste Mahlzeit am Tag, trinke zweimal Almased, bin gesättigt, und das Verlangen, mir danach vollends die Kante zu geben, schwindet.

Gestern Abend habe ich zum ersten Mal die Tankstelle tatsächlich nur mit einem Kassenzettel für 60 Liter Diesel in der Hand verlassen und meinen Fresstempel auf der Heimfahrt ignoriert.
Es hat mich sehr viel Energie gekostet.
Aber ich habe es geschafft.

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Don’t hide your emotions!

“Tempting as it might be, don’t hide your real emotions. After all that is what a blog is about. If you want, you can stay anonymous and voice your feelings on whatever you are passionate about. You might have strong views on various subjects but let your readers know your passion. What is passion worth if you can’t even share it? You’ll actually love the discussions it can lead to. The discussions will broaden your own thinking and you might end up making some really good friends.”

Das ist ein Zitat aus den WordPress-Guidelines. Ich finde, nichts passt besser, um den Sinn von bloghuette.info zu beschreiben. Hier geht es um sensible Themen, um emotionale, sehr private. Einige
Leser werden interessiert reagieren, andere vielleicht verstört.

Natürlich hatte ich deswegen überlegt, bestimmte Bereiche mit   Passwörtern zu schützen, den Eintritt in diese Welt nur per Login zu gewähren. Doch wen würde ich damit aussperren? Wer würde vor der Tür bleiben, zu ängstlich, anzuklopfen oder gar die Klinke in die Hand zu nehmen?

Aus diesem Grund sind hier alle Texte, alle Gedanken, alle Emotionen frei zugänglich. Sehr gerne könnt Ihr sie kommentieren, darüber diskutieren, mir Eure Erfahrungen schreiben oder einfach nur, wie es Euch heute geht. Ihr könnt dazu völlig anonym bleiben. Teilt diese Seite mit Freunden, damit sie wissen, dass sie nicht alleine sind. Ich freue mich über jedes Feedback, jeden Austausch, egal welcher Art.

Ich vertraue Euch.

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