Schlagwort-Archiv: Bulimie

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Es geht vorbei

Den unten stehenden  Kommentar habe ich gestern zu meinen Text “Du hast die Wahl” bekommen. Ich möchte ihn gerne mit Euch teilen, weil er so wunderbar mutmachend ist. Danke dafür!
Danke auch für all Eure Zuschriften! Ihr müsst Euch keine Sorgen um mich machen. Ich habe meine Wahl längst getroffen, und die heißt Leben, mit allem, was für mich eben dazu gehört. Ich wollte Euch nur einen Eindruck davon geben, wie es im Kopf von Menschen aussieht, die das Leben nicht mehr ertragen. Damit Ihr es besser versteht.

Viele sagen: Na, dann ignorier doch die Stimmen im Kopf! Oder: Such nach Deinem inneren Wesen und schicke es vor! Tja. Wenn ich das nicht schon all die Jahre versucht hätte. Ich versuche es eben weiter. Vielleicht gelingt es mir irgendwann.

Noch ein Wort zu dem “sich als andere Person fühlen und die vorschicken”: Für mich ist das keine Option mehr. Ich habe so lange in meinem Leben eine und mehrere Rollen gespielt, dass ich gar nicht mehr weiß, wer ich eigentlich bin. Das macht nicht nur mir zu schaffen, sondern auch meinem Mann und allen, die mir nahestehen. Gerade möchte ich einfach nur alle selbst kreierten und von außen auferlegten Rollen abstreifen und rausfinden, was dann noch über bleibt. Ich habe so viele Verhaltentrainings hinter mir, dass ich auf Knopfdruck funktioniere. Nur leben ist das nicht.
Mal sehen, wie ich da weiterkomme. Ich halte auch auf dem Laufenden.

Und jetzt geh ich raus und schau nach, ob die Blumen wirklich so bunt sind ;-)

Ich drück Euch, Patricia

Ich kenne diese Verfassung. Ich kenne die Sehnsucht, es möge vorbei sein. Bald. Am Besten sofort. Für mich ist es vorbei. Diese abgrundtiefe, scheinbar unendliche Müdigkeit und Leere, die ständige Selbstverachtung und das Gefühl nur eine Last zu sein. 

Warum es vorbei ist weiß ich nicht genau.  Es fing an mit einer Ärztin, die mir erklärte, dass ich zu blöd bin das Richtige für mein Kind zu tun. Die mir sogar die Polizei ins Haus schickte, um mein Kind vor mir zu schützen. (An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass die Polizisten kopfschüttelnd und uns alles Gute wünschend wieder gegangen sind, ohne einen Grund für diese Aktion gefunden zu haben). Aber da bin ich wie aus einer Trance aufgewacht. Genauso fühlte es sich an. Wie aufwachen.

Mein schlummerndes Ego hat sich aufgebäumt und hat einen Urschrei von sich gegeben. Seitdem ist es für mich vorbei. Ich habe noch kurze Phasen, wo sich alles wieder “blöd” anfühlt, aber das vergeht immer sehr schnell. Auch der Verzicht auf Zucker hat viel bewirkt (das meine ich sehr ernst). Ich lebe wieder. Ich fühle mich wie ein Mensch. Ich habe zwar viel abgenommen, aber ich bin immer noch fett. Ist mir egal. Ich bin nicht bereit, dieser Stimme, die mich dafür verhöhnt, nochmal eine Bühne zu geben. Denn ich bin wieder wach. Ich bestimme, wer in meinem Kopf rumtönt. 

Ich erzähle das nicht, um mich als “besser als ihr” darzustellen. Das ist das Letzte, was ich möchte. Ich möchte Mut machen. Ich dachte jahrzehntelang nur daran, wie und wann ich es(mich)  beenden kann, ohne andere zu sehr damit zu behelligen. Heute weiß ich, das war nicht ich. Das war so was wie ein Albtraum. Aber jetzt bin ich wach. Und dieses Erwachen wünsche ich allen Betroffenen von ganzem Herzen. Dann seht ihr, wie bunt die Blumen sind und wie blau der Himmel leuchtet.  

Gebt nicht auf! Gebt niemals auf!


 

www.jochen-boy.de

Schatzsucher

long time no see…

Ich habe Euch sträflich vernachlässigt.
Vor allem aber habe ich mich selbst vernachlässigt.

Alles, was ich Euch in den vergangenen Artikeln geschrieben habe, hat sehr an meinen Nerven gezerrt… mit den bekannten Auswirkungen.

Seit ein paar Wochen entspannt sich die Lage: Mein Existenzgründerzuschuss ist durch, ich bin jetzt komplett selbstständig, es sind Ferien, DeHasn war mit dem Mausebären eine Woche im Urlaub – und ich hatte Zeit. Es ist unglaublich, wie wertvoll Zeit ist. Vor allem Zeit, sich zu resetten.

Ich habe gemerkt, wie sehr mir diese Minuten und Stunden gefehlt haben. Dazusitzen, sich zu ordnen, Prioritäten zu setzen, sich selbst wieder wichtig zu nehmen. Bis vor kurzem hatte ich dafür überhaupt keinen Kopf. Ich hetzte und hetzte und machte und machte…. und wäre wohl wieder einmal ins Burnout gerannt. Was hat mich abgehalten?

Abgesehen von meiner tollen Familie und meinen Freunden *kuss!* denke ich, dass es zum größten Teil mit meinem Job zusammenhängt. ENDLICH tue ich wieder etwas, was mir Freude macht, was für mich einen Sinn ergibt. Vor allem macht es mich stolz, nun für mich verantwortlich zu sein, MEINE Geschäfte zu führen (und nicht immer den Karren für jemand anderen aus dem Dreck zu ziehen). Es tut mir so gut, meine Zeit einzuteilen. Das ist eine große Freiheit, die ich sehr genieße: Habe ich morgens um fünf einen  Flow, dann arbeite ich eben morgens um fünf. Habe ich mittags keine Energie mehr, tanke ich bei einem Nickerchen auf. Es ist so viel effektiver, so zu arbeiten. Und so zu leben!
Ich arbeite wohl mehr als zuvor. Aber es stresst mich nicht mehr.

Langsam, ganz langsam lege ich mich wieder frei. Geduld braucht das, aber es bringt auch unendliche Ruhe – meditativ, wie das Sandwaschen am Fluss auf der Suche nach Gold.

Den Klinikaufenthalt habe ich gecancelt. Ich frage mich, wie ein depressiver Mensch diese Bürokratieberge bewältigen soll, bis er überhaupt einmal einen Platz in einer für ihn passenden (!) Klinik erhält. Und dazu noch die zu ihm passende (!) Behandlung. Viel zu viel Stress. Und dann: Was ist, wenn man wieder zuhause ist? In der alten Umgebung? Da nehme ich lieber den direkten Weg: sich zuhause besser fühlen lernen.

Das Essen ist nach wie vor meine Krux, aber jetzt habe ich Zeit, mich auch darum zu kümmern. Vor allem ist es ein Umlernen von Gewohnheiten. Und das dauert – zwei Schritte vor, einer zurück. Immerhin! Ein Schritt nach vorne!
Es ist wie beim Tanzen. Da dreht man den Walzer sein Leben lang rechts rum und soll auf einmal links rum zirkeln. Heidewitzka! Das klappt nur mit viel Training. Und Balance. Und einem, der einen sicher im Arm hält <3

Ab er es wird. Und deswegen habe ich jetzt auch die Hintergrundfarbe der Bloghütte auf Weiß geändert. Auf einer Seite zumindest. Ich finde, das ist ein guter Anfang :-)

Passt auf Euch auf!


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Wände aus Fleisch

This is such a painful way to live. When you can’t tell the truth, you cut the bonds that tie you to other people, bonds of shared emotions like pain and joy and fear and happiness. You start building walls around you instead of bridges between you and others. You start spending more and more time
eating, in your car, your bedroom, the bathroom, anywhere you cannot be seen. Then you convince yourself that something is really wrong with you, look at what you are doing, you couldn’t possibly tell anyone, no one would understand.
So you turn to food.
Again.
For solace, for comfort.
For a warm embrace.
And the walls around you become WALLS OF FLESH.*


Eigentlich geht es mir ganz gut. Deswegen schreibe ich hier auch kaum noch. Die Depression habe ich ganz gut im Griff.

Eigentlich.

Wenn da nicht etwas anderes wäre, was immer stärker wird und immer mehr Raum einnimmt. In meinem Körper. In meinem Leben. Das verdammte Binge Eating – Fressen bis zur Ohnmacht. DeHasn vermutet, dass sich das Problem nur verlagert und sich mein Seelenschmerz nun einen anderen Weg nach draußen sucht (oder nach drinnen, je nachdem).

Ich rede mit meinem Prof darüber. Sage: Dieses Jahr will ich mein Essen in den Griff kriegen. Wir stellen Ernährungspläne auf. Ver- und Gebote. Regeln. Wie schon so oft in meinem Leben. Ich pappe mir seine Blätter zuhause an den Kühlschrank und weiß in dem Moment schon, dass es mich mal kann, das Blatt. Mitsamt seinen doofen Regeln. Und der Prof mit dazu.

Sorry. Aber all diese Diäten (und ich habe sie alle durch!) bringen doch nichts! Weil sie nur an der Oberfläche kratzen. Weil sie mir nicht verraten, warum ich süchtig nach Essen bin. Warum ich mich jedes Mal beim Versuch, endlich vernünftig zu sein, selbst boykottiere, sobald ich nur irgendwo irgendwelche Ernährungsberatungsregeln höre. Wie ein Kind, dem man verbietet, an den Schokoschrank zu gehen. Dreimal dürft Ihr raten, wer den damals bei uns zuhause leergefressen hat.

Heimlich natürlich. Denn die Scham und das schlechte Gewissen sind meine steten Begleiter. Wie es mir gerade geht, hat Geneen Roth in ihrem Buch sehr treffend zusammengefasst – siehe Zitat oben. Überhaupt, Geneen,  amerikanische Autorin, hat dasselbe durch wie ich. Aber sie ist die erste, die erklärt, wie Binge Eating entsteht, was die tiefen Ursachen dafür sind … und dass man es nur in den Griff bekommt, wenn man sich nichts mehr verbietet. Tja. Nichts mehr verbieten. Ich hamstere dann mal unseren Supermarkt.

Nein. Die Kunst ist, sich selbst zuzuhören. Wann habe ich wirklich Hunger. Auf was habe ich wirklich Hunger. Und wann bin ich satt. Also, ganz ehrlich beim ersten Sättigungsgefühl und nicht erst, wenn man voller Völle vom Stuhl kippt. Es ist ein neuer Ansatz, der mich anfängt, verstehen zu lassen. Aber ich bin weit davon entfernt, ihn in die Praxis umzusetzen, ihn leben zu können. Deswegen wird mein Problem immer größer. Und ich mit dazu.

You begin living a lie, eating one way in public and a totally different way, when you are alone. “If they really knew the truth about me, if they knew how much I could eat, if they knew how devouring I am, they would be appaled. ” From
there, it is a short distance to “If they really knew me, they wouldn’t love me. Who I am is not worthy and must be hidden”. Dishonesty becomes a matter of emotional survival:
You must lie, you must hide yourself to be loved.
Yet gaining weight is sureley
not a way of becoming less visible,
and the more you hide your eating, the less you hide yourself.*

Wände aus Fleisch. Immer mehr. Vor was sollen sie mich schützen? Jetzt, da doch alles gut ist, ich quasi erfolgreich therapiert bin? Ach, es ist zum Kotzen. Nein, halt, über die Bulimie sind wir ja mittlerweile hinweg. “Gut”, sagt mein Prof. “Brav so.” Liebkind bricht nicht mehr, Liebkind schluckt runter.

Ihr merkt, ich drehe mich im Kreis. Irgendjemand muss doch eine Lösung haben! In meiner Not verschlinge (ha, Wortspiel!) ich Sachbücher, stoße dort auf den Begriff Zuckersucht. Ja, richtig. Zucker als Droge. Wie Heroin. Wie Alkohol. Genauso komme ich mir vor. Wie ein Suchti, der schon beim Aufwachen daran denkt, wann er sich schnellstmöglich den nächsten Zuckerschuss setzen kann. Der alles durchwühlt und seinem Kind die Schoki klaut, weil er sonst in einem cold turkey endet.

Vielleicht liegt da die Verbindung?  Heißhungerattacken auf raffinierte Kohlenhydrate (was nicht bedeuten muss, dass diese auch süß schmecken) entstehen nach neuesten Forschungsergebnissen durch einen Mangel des Botenstoffes Serotonin im Gehirn, sagt eines meiner schlauen Bücher. Der Konsum von Zucker und Weißmehl hilft in akuten Situationen den Serotoninhaushalt zu stabilisieren und zwar auch dann, wenn die Lebensmittel anschließend wieder erbrochen werden. Obwohl Zucker und Weißmehl zwar schnell und kurzfristig helfen können, verschlimmern sie langfristig das Problem des niedrigen Serotoninspiegels und wirken zudem suchtauslösend. 

Tja. Und was ist bei einem Depressiven niedrig? Richtig. Der Serotoninspiegel. Seufz. Wäre ich Alkoholiker, könnte ich einen Entzug machen und würde nie wieder einen Schluck trinken. Aber ich bin Zuckerjunkie und muss leider essen. Aber was? Und wer bringt mir endlich bei, wie?

Wie mein Karma so will, flattert im vergangenen Jahr eine Mail in mein Postfach: Eine psychosomatische Rehaklinik bietet mir einen Platz für diese Sommerferien an. Den Mausebären könne ich mitnehmen, und auch DeHasn dürfe  mich da besuchen. Ich drücke mich vor einer festen Planung, jetzt, da der Termin immer näher rückt. Mal muss ich in dieser Zeit ganz dringend neue  Sachen für meine Kollektion nähen (logo, im Hochsommer bei 40°C, wenn jeder an der Maschine sitzt *kopfbatsch*). Dann wieder reserviere ich einfach so ein Häuschen auf Rügen. Der Mausebär will ja in den Ferien unbedingt ans Meer, und die Reha kann ich ja dann locker für den Urlaub zwei Wochen kürzen.

Ich fühle mich jetzt schon auf Entzug.

DeHasn verzweifelt schier an mir (er sagt es nicht, aber ich weiß es), und setzt mir jedes Mal, wenn mein destruktiver Aktivismus durchbricht, mit einer Engelsgeduld auseinander, wie wichtig und wertvoll dieser Reha-Aufenthalt für mich sein wird. Weil ich da in einem geschützten Umfeld bin. Weil es da viele Leute gibt, die sich wirklich mit Depressionen auskennen. Weil ich dort vielleicht eine Lösung für mein Problem finde.

Weil ich da endlich meine Wände einreißen kann.

Okay. Montag rufe ich an. Ich gehe.
Aber nicht allein.
Ich brauche Eure Unterstützung.

Kommt Ihr mit?


Geneen Roth, Breaking free from compulsive eating. NY 1984, p. 46. 

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Die Angst, Du selbst zu sein

Ich bin wieder hier. Nicht in meinem Revier.
Sondern an genau dem Punkt. Also doch in meinem Revier.
Ich wusste, wusste, wusste, dass es schief gehen würde. Aber ich wollte, wollte, wollte es allen beweisen. Vor allem mir. Dass ich kein Schwächling bin. Dass ich über mich hinauswachsen werde. Dass ich Dinge tun kann, die ich abgrundtief verabscheue, mich dazu zwingen, weil es mir zeigt, wie stark ich bin.

Jo. Habe ich auch alles geschafft. Mit viel Kraft. Mit viel Energie. Mit viel Überredungskunst. Mit vielen Bauchschmerzen. Mit dem Gefühl, mich selbst zu verleugnen.

Aber fangen wir ganz vorne an…
Ihr erinnert Euch. An meinen Ausbruch im Frühling 2014. Weg aus diesem PR-Management-Gedöns. Wie frei habe ich mich damals gefühlt! Wie richtig! Auf dem Weg in MEIN Leben! Tja. Und dann kam der Anruf. Von meiner lieben Ex-Kollegin. Ob ich nicht, ich könne das doch so gut und überhaupt, ich müsse ja nur Texte schreiben.
Ganz ehrlich gesagt weiß ich nicht, was mich damals geritten hat, zuzusagen. Doch, ich erinnere mich. Wir saßen gemütlich auf der Couch in der Lounge, ich extra in meinen ollen Klamotten (Revoluzzer), und die Regeln waren klar: nur nach meinen Bedingungen. Ich gab  dem Team sogar meine Bloghütte zu lesen, damit sie verstünden, auf was sie sich einließen.IMG_3366

Jo. Nennen wir es Anpassungsschwierigkeiten. Mit viel Unterstützung von meinem Prof habe ich mir ein Standing aufgebaut, mir einen respektvollen  Umgang erkämpft, mir erfolgreich bestätigt, wie wohl ich mich mit all dem fühle.

Dann kamen die Anrufe. Optimisten nennen es Kundengewinnung, Realisten Kaltakquise. Es gibt Menschen, die lieben es, bei fremden Leuten anzuklingeln und Dinge zu präsentieren mit dem Ziel, sie zu vertickern. Ich hasse es.

Nein, Ihr merkt das natürlich nicht. Gelernt ist gelernt. Bei Meetings, auf Elternabenden, im Smalltalk … ich bin eine ganz normale, freundliche, humorvolle Frau. Wenn keiner ein Thema findet, ich weiß immer, wie das Gespräch vorankommt. Ich spüre die feinsten Stimmungsnuancen und kann Euch so lenken, dass sich zum Schluss alle wieder lieb haben. Toll, sagen alle. Die ist cool.

Aber in mir drin schreit es. Jedes Mal. Wenn ich weiß, ich treffe gleich auf jemanden, gehen alle Alarmglocken an. Ich wappne mich IMG_2789zur Flucht. Und kann doch nicht weg. Ich muss es durchstehen. Mit einer riesigen Angst in mir.

Geht es mir gut, komme ich damit zurecht. Bei vielen, die ich mag, kann ich es sogar ganz verdrängen. Aber ich muss aufpassen, dass ich mich nicht überfordere – zwei, drei Treffen mit Fremden kurz hintereinander sind machbar, danach wird es kritisch. Dann  brauche ich eine Pause. Geht es mir schlecht, wird das Fremde zum Ungeheuer. Jeden Morgen muss ich mich wappnen, um mit eiserner Rüstung den Tag zu überstehen.

Jo. Und jetzt stellt Euch vor, Euer Job besteht auf einmal nur noch darin, fremde Leute anzuquatschen, um Ihnen Dinge, die sie wahrscheinlich nicht brauchen, anzudrehen. Stellt Euch den Alarm vor, der jedes Mal ausgelöst wird, lange, bevor ihr zum Hörer greift. Die Panik, wenn sich jemand meldet. Und die Kraft, die es kostet, all das zu unterdrücken – weil es ja der Job ist. Und irgendeiner muss den Job ja machen. Und Du kannst das doch so gut, sagt der Chef.

Moment. Aber war für genau diesen Job nicht ganz was anderes vereinbart? So am Anfang? Stand da nicht was von “nur Texte schreiben”?

IMG_3087Jo. Aber man wächst doch mit seinen Aufgaben, sagen alle. Und wenn man es nie versucht, weiß man nie, ob es nicht doch klappt, sagen alle. Und man wird stärker, indem man sich seinen Ängsten stellt, sagen alle. Und Du bist doch erfolgreich, Du kannst den Leuten doch was verkaufen, sagen alle.

Also machte ich weiter. Und weiter. Und weiter.

Stunden haben mein Prof und ich damit verbracht, diese Arbeit auseinanderzunehmen. Immer, wenn ich gut gelaunt kam und sagte: JETZT ist alles gut, reichte ein Blick von ihm, und das Kartenhaus fiel   zusammen. Aber ich wollte es schaffen! Ich wollte das Geld verdienen und in meinem Job glücklich sein, verdammt noch mal!

Ich würde noch heute da sitzen und mit dem Hörer in der Hand vor mich hinzittern, wenn mich das Nähen nicht gerettet hätte. Huh, klingt das pathetisch. Ist aber so. Mitten in dieser Jobkrise kommen Leute auf mich zu und interessieren sich für das, was ich zuhause erschaffe. Ich muss sie nicht hinter ihrem Telefon vor locken. Sie kommen von ganz alleine! Warum? Gute Frage. Ich denke, es ist die Freude an dem, was ich tue, die auch andere begeistert. Waren wir genau da vor einem Jahr nicht schon einmal?

Jo. Ein letzter Arschtritt noch, dann ist’s gut, muss sich mein Karma gedacht haben. Ich bekam die Kündigung zum Ende des Jahres. Nur einen winzigen Moment ließ ich mich von der Depression in die Opferecke ziehen (“Du hast wieder versagt-Du kannst nichts-Du wirst nie im realen Leben bestehen-bliblablub”). Aber dann wurde ich sauer. SO RICHTIG SAUER!!!

Für DIESEN JOB habe ich vor einem Jahr meine Pläne fallen lassen!!! Für DIESEN JOB habe ich mein Können, meine Energie, meine Erfahrung gegeben!!! Für DIESEN JOB habe ich meine Bedingungen und mich selbst verraten!!! Ich habe mir den ARSCH UND DIE SEELE AUFGERISSEN!!!

AAAAAAARGH!

Dann halt nicht. Dann investiere ich meinen Grips und meine Kraft eben in mich selbst! Und schenke all das, was ich die vergangenen Jahrzehnte gelernt und getan hab nur noch Menschen, die ich mag: Euch. Und mir.
Die ganze Geschichte erzähle ich Euch ein anderes Mal, aber gerade bin ich dabei, mich mit meinem eigenen Modelabel selbstständig zu machen. Und, oh Wunder, seit ich das beschlossen habe, öffnet sich eine Tür nach der anderen.

Jo. Klingt alles so einfach, oder? Isses aber nicht. Denn ich will diesen Job gewissenhaft bis zum Ende ausführen. Bis zum letzten Tag. Damit ich mir NICHTS nachsagen lassen kann. Gelernt ist gelernt.
Geht nur leider nicht. Als ich die fünfte Nacht hintereinander wieder morgens um drei wach lag, war Sense. Gottseidank kenne ich mich mittlerweile und merke genau, wann das nächste Tief anrollt.
Also habe ich in mich reingehört. Nein, sagte mein Ich. Ich will da nicht mehr hin. Ich unterstütze Dich nicht länger bei diesem Wahnsinn. Du hast wieder mal meine ganzen Reserven aufgebraucht. Und wenn Du doch gehst, KOTZE ICH DIR VOR DIE FÜSSE!!

Mein Arzt schrieb mich sofort krank. Ich habe das gar nicht 11225081_376314909205802_5655480503466403323_nverstanden. Ich komme mir vor wie ein Lügner, jemand, der sich extra Urlaub ergaunert, der sich vor der Arbeit drückt. Ich sehe, dass es mir schlecht geht, aber ich begreife es nicht. Ich habe das Gefühl, meinen Chef im Stich zu lassen. Er muss ähnlich denken. Entsprechend sarkastisch war die Reaktion aus dem Büro: die letzten Wochen noch blau machen, von wegen krank, jaja.

Wenn ich an einem Schuld habe, dann an dieser Reaktion. Denn ich habe mich die ganze Zeit hinter einer Fassade versteckt. Die Tüte mit dem immerwährenden Lächeln über den Kopf gestülpt. Ich wollte es so. Ich wollte, dass jeder dachte, es ginge mir gut, ich schaffe das!

Jo. Was lernen wir daraus? Dass auch ich als alter Depressions-Hase noch immer Fehler mache und daraus lerne, lernen muss. Aber auch etwas ganz Wunderbares: Wenn Ihr Euch traut, die Tüte vom Kopf zu ziehen,  hat Euer wahres Ich endlich die Luft, die es zum Leben braucht.

Gebt ihm die Chance. Habt keine Angst davor!


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Is there anybody…

… out there – help me sing my song?

Ihr Lieben,

weil ich vermisst werde (danke, dass Ihr an mich denkt❤️), kurz ein kleines Zeichen: Das Leben fährt gerade Achterbahn mit mir. Ich bin wieder mal gekündigt worden – eine Stelle, die ich angenommen hatte, um jemanden aus der Patsche zu helfen. Der Mausebär ist in die Schule gekommen und steht jetzt jeden Tag mittags um eins auf der Matte. DeHasn war wieder unterwegs in der Welt und ich allein zu Haus (oder auf dem Arbeitsamt oder beim Arzt oder in der Physiotherapie oder beim Salzteigbacken…)

Ich hab mir den Außenspiegel abgefahren und kämpfe gerade mit der Versicherung, die erst sagte, sie übernehme de12189792_970877066291487_8947825813354643387_nn Schaden und jetzt nichts mehr davon wissen will. Und wenn ich schon dabei bin, schreibe ich dem Pressesprecher der GEZ böse Briefe, weil die sich meine Daten vom Einwohnermeldeamt gemopst haben, aber nicht raffen, dass ich seit drei Jahren nicht mehr alleine wohne und nun verheiratet bin *AAAAARGH*
Der ganz normale Wahnsinn eben, Ihr kennt das.

Ich überstehe Elternabende und Familienfeiern und Bewerbungsgespräche und übe mich in Großmut und Vergebung.  Zwischendurch ploppt die Vergangenheit auf und reißt mich in Fressstrudel, wobei diese nicht mehr so tief sind wie früher. Bei all dem versuche ich, nicht abzurutschen. Ich bin vorgestern 40 geworden und hadere damit, dass die Hälfte meines Lebens vorbei ist, und diese Hälfte ziemlich bescheiden war.

Auf der anderen Seite fühle ich mich so aufgehoben wie nie. Unsere kleine Familie und meine Freunde geben mir viel Kraft und stehen kompromisslos hinter mir. Meine Näherei entwickelt sich weiter… 12046925_752852831487680_4146317145651418258_nund wird bald etwas sein, was mich hauptberuflich beschäftigt. Ein großer psychosomatischer Klinikverband hat meinen Blog entdeckt und mir eine Kooperation angeboten (ich denke noch drüber nach).  Ich bin gerade völlig im Umbruch, und hoffe nur, dass die Depression nicht wieder zuschlägt.

Ich möchte noch so viel schaffen! Ich will meine Selbstständigkeit – in jedweder Hinsicht.

Jetzt sind gerade wieder Ferien, in denen der Mausebär bespaßt  werden will und ich trotz Kündigung brav ins Büro marschiere, um niemanden hängen zu lassen. Sobald ich eine ruhige Minute habe, melde ich mich ausführlich.

Bei Euch hoffentlich alles gut?

Alles Liebe, Patricia


Header: Pixar, Inside out
Foto oben: Meine Geburtstagskarte vom Hasn und meiner Familie. I love you!
Foto unten: Mein Werk.

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Hier spricht die Braut

Die Depression schreibt die längsten Geschichten. Und so sitze ich schon um exakt 4.19 Uhr in der Früh am Küchentisch – die Katze reibt sich verwirrt die nachtmüden Augen – und schreibe. Stunden habe ich mich im Bett hin- und hergequält, meinen Geist bezwungen, meinem Körper Entspannung empfohlen – und doch versagt. Hello darkness, my old friend. So was von versagt aber auch, ich, die ich alle technischen Mittel gegen drohende Depressionen bis zur Perfektion ausgefeilt habe. Ich, die sich mit knapp 40 immer noch triggern und in den Wahnsinn treiben lässt, als wäre sie nicht Herrin ihrer Sinne.

Verdammt, verdammt, verdammt. Verdammt seien diese Situationen, die all das in mir auslösen, die mein Gehirn auf Autopilot schalten, Patricia an Black Box, wo bist Du?!

Das vergangene Wochenende war eine einzige Fressattacke. Meine Haut bedankt sich mit Ausschlägen, die Augen umschuppt wie ein garstiger Tiefseefisch. Seit gestern Nacht ist mir übel, ich werde krank vor Sorge, ob es eine neue depressive Phase wird. Wäre es doch nur ein Magen-Darm-Infekt! Etwas, woran ich nicht schuld bin!

Aber ich bin schuld, denn ich bin die Braut. Ich liefere mich aus, einem rauschenden Fest, 52 Menschen, für die ich der strahlende Mittelpunkt der Feier sein soll. Wir haben ein schönes Fest geplant, DeHasen und ich. Beide zusammen. Aber statt mich darauf freuen zu können, ist mir, als ginge ich zum Schafott. Der alleinige Gedanke daran versetzt mich in Panik, macht mich krank. Seit einem halben Jahr kenne ich das Datum. Seither nehme ich ab, um eine schöne Braut zu sein. Was regelmäßig in der nächsten Fressattacke endet. Seither achte ich auf mein Gesicht. Was regelmäßig in der nächsten Quetscherei vor dem Spiegel endet. Wie soll ich das an diesem Tag nur verbergen? Wie soll ich mich nur an diesem Tag verbergen? Und wieso kann ich DeHasen nicht einfach den Gefallen tun, meine Klappe halten und mich bedingungslos auf unsere Hochzeit freuen, auf das Ja zueinander, auf die Menschen, die da sind, um uns zu feiern?

Weil ich sie kenne. Sie werfen spitze Stacheln aus, so geschickt, dass sie später behaupten können, ich hätte es mir nur eingebildet:

„Wie, Du hast zwei Kleider zur Auswahl? Wie dekadent!“
„Willst Du das Kleid wirklich anziehen?“
„So, Ihr nehmt also nicht die Band?“
„Die Haare vom Mausebären lässt Du am besten offen, sonst sieht das später total schlimm aus.“
„Du nähst ja ganz schön, aber das Kleid musst Du ihr das nächste Mal nicht mehr anziehen.“
„Also ICH würde die Haare ja hochstecken.“
To be continued.

Ja, ich kenne sie, und sie werden meinen Tag dazu benutzen, mich wieder einmal zu vergleichen. Mit anderen. Mit früher. Sie werden feststellen, dass diese Hochzeit nicht die ist, die sie feiern würden. Sie werden feststellen, dass ich in den vergangenen Jahren zehn Kilo zugenommen habe. Sie werden feststellen, dass meine Haut akne-
narbig und mein Kleid nicht das ist, was ihren Vorstellungen entspricht.

Vielleicht sagen sie auch gar nichts und rümpfen nur die Nase und heben die Augenbraue. Oh, wie gut ich das kenne. Wie gut ich weiß, was es heißt, nämlich: Du bist nicht gut genug und wirst es niemals sein.

Vielleicht denken sie auch gar nicht darüber nach, was sie sagen, wie sehr mich ihre Worte VERLETZEN, weil jedes einzelne ein Trigger ist, das mich in die Vergangenheit schleudert, aus der ich mich ohnehin immer nur mit sehr viel Anstrengung zurück in den Moment holen kann. Wie soll mir das an meinem Hochzeitstag gelingen???

Dazu die vielen Menschen, die ich nicht kenne, die ich nicht abschätzen kann, die aber DeHasens Freunde sind und dazu gehören. Ich werde sie bei meiner Hochzeit wahrscheinlich das erste und einzige Mal sehen. Es kann mir egal sein, was sie von mir denken. Aber das ist es nicht.

Soviel muss noch organisiert werden, von uns, die wir eh schon am Energielimit sind. Von mir, die ich es gerade so schaffe, Tag für Tag zu bewältigen, ohne einzubrechen. Probefrisur? Make-Up? Nägel? All das sind Dinge, für die ich keine Kraft habe.

Ich habe solche Angst.

Mein Gott, was stellt sie sich an? Warum feiert sie dann so groß? Warum lädt sie solche Leute überhaupt ein? Nun, weil ich meine Eltern schlecht ausladen kann.  Und weil ich die Hoffnung habe, dass Menschen, die ich von früher kenne, mich heute so akzeptieren wie ich bin. Und weil DeHasen sich das wünscht. Und ich will ihm diesen Wunsch erfüllen. Einmal im Leben. Das wird doch wohl zu schaffen sein!!! Klar, wird es zu schaffen sein. Aber der Preis dafür ist hoch.

Ich konnte gestern nicht arbeiten gehen, weil ich ständig brechen musste. Ich werde heute nicht arbeiten gehen können, weil ich ständig brechen muss und nicht geschlafen habe. Im März möchte ich einen Tag, nur einen einzigen!!, beruflich in Ausland zu einem Termin, auf den ich mich schon lange freue. Dafür muss ich morgens um sechs aus dem Haus und komme abends um zehn heim. Ich werde es nicht schaffen. Die Angst zieht ihre Kreise, sie öffnet meinem Unterbewusstsein Tür und Tor. Laut propagiert sie durch alle Körperzellen: Du wirst es nicht schaffen! Das ist viel zu lang! Du wirst zusammenbrechen!

Realistisch betrachtet ist das korrekt. Ich bin ich, und ich weiß, dass ich mir solche Tage nicht zumuten soll. Es hat schließlich einen Grund, warum ich nicht mehr Vollzeit arbeite. Aber vielleicht, ganz vielleicht hätte ich es doch geschafft, wenn da nicht die Hochzeit in meinem Rücken wäre. Oder hätte ich die Hochzeit geschafft, wenn die Reise nicht wäre? Es ist alles eins und wie es ist, ist es zu viel und ich zerbreche daran.

Die Reise kann ich absagen. Die Hochzeit nicht. Ich will DeHasen ja auch heiraten und seine Frau werden! Aber so? Es macht mich verrückt, dass mein Kopf mir so einen Strich durch die Rechnung macht, dass ein paar blöde Sprüche reichen, mich in diesen Zustand zu versetzen. DAS will ich nicht!!

Aber so ist das nun mal – und wird es mein Leben lang sein. Ich lebe monatelang glücklich vor mich hin, plane etwas, freue mich – und wenn Du meinst, da geht noch mehr, kommt von irgendwo ein Trigger her.

Bitte, liebe Hochzeitsgäste, bitte. Verkneift Euch an diesem Tag einfach Eure Sprüche. Ich weiß nicht, ob ich ein Kleid tragen und eine strahlende Braut sein werde. Aber selbst wenn nicht: bitte! Ich schaff’ das sonst nicht.


Foto: Desmondlouw.co.za

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Nachts sind alle Torten grau

Die Küche ist meine Gruft und der Kühlschrank mein Grab.
Wenn es dunkel wird und alles schläft (und ich überprüfe sehr genau, ob alles schläft!) steige ich hinab in mein Verderben.
Ich tauche ein und tauche ab ins zwielichtige Heil, grabe meine Hand hindurch und beiße mich fest an allem, was meinen Weg kreuzt, sauge, sauge, sauge, bis nur noch eine leere Hülle bleibt.

Die Küche ist meine Gruft und der Kühlschrank mein Grab.
Meine letzte Bastion, aufs Blut verteidigt wie mein Leben.
Aber ist das noch ein Leben?

„Na, Frau W.“, fragt mein Prof, nachdem wir freudig festgestellt haben, dass ich inzwischen so ziemlich alle Stolpersteine auf meinem Weg zum Glück beseitigt habe, „was wollen wir denn nun angehen?“. „Weiß nicht“, weiche ich aus. „Wie wär’s mit …?“ und ziehe mir eine belanglose Banalität aus der Nase. Er sieht mich an mit diesem Blick, den ich hasse, denn ich weiß, jetzt kommen die Worte, die ich hasse. „Frau W.“, tadelt er, „Sie können die Zukunft nur beeinflussen, wenn Sie die Gegenwart ändern“. Und während ich immer tiefer in meinem Sessel zusammensinke, schneidet er mir mit seinen Worten ins Fleisch: „Wir müssen uns noch um Ihr Essverhalten kümmern.“

Es ist zum Kotzen. Kann er mich damit nicht einfach in Ruhe lassen? Sich um seinen eigenen Kram kümmern? Nein, kann er nicht. Denn mittlerweile ist es so schlimm, dass ich mir die Seele aus dem Hals reihere. Das Essen und ich, wir konnten noch nie gut miteinander. Mal haben wir uns gehasst und monatelang gemieden, mal waren wir so dicke, dass es sich auf meinen Rippen festgefressen hat. Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals normal gegessen zu haben. Und ich kann mich nicht daran erinnern, dass Essen jemals kein Dämon für mich war, der mich besetzt und bezwungen und seinem Willen unterworfen hat.

Mein Tempel liegt auf dem Heimweg vom Job und ist dem Gott der Völlerei geweiht. Diesmal nicht, bitte nicht, bete ich jedes Mal, wenn ich auf ihn stoße. Doch er zieht mich an, zieht mich hinein in seinen Bauch und spuckt mich erst wieder aus, wenn ich ihm genug Opfer dargebracht habe. Der Lohn ist eine Tüte voller Essen, egal welches, die ich zitternd nach Hause trage, verstecke, bis endlich, endlich alle zu Bett gegangen sind und ich sie dann endlich, endlich packe, aufreiße, in mich hineinstopfe, mehr, immer mehr, schonungslos, besinnungslos, bis es mir zu den Ohren herausquillt und ich wie ein zugedröhnter Junkie auf der Couch hänge, der sich gerade einen Schuss verpasst hat.

Wie ein Baby klein und weich
und immer hungrig, doch ganz gleich,
was ich ihm gebe – es tut mir weh
es schreit bis es speit.
Es hält mich wach Tag und Nacht.

Binge Eating nennt das die Psychologie, was soviel heißt wie: Essen bis zum Exzess. Wenn ich einen Anfall habe, verlasse ich meinen Körper, flüchte aus der Kontrollstation, schwebe nach oben und schaue erstaunt auf die Orgie, die sich da zu meinen Füßen abspielt. Meist beginnt es nach dem Abendessen, wenn ich zur Ruhe komme. Und endet spät in der Nacht, wenn ich mich grün- und blau gefressen habe. „Was essen Sie denn da so?“, fragt mein Prof. Ich will ihm nicht antworten, denn ich schäme mich fürchterlich: „Eine 500-Gramm-Tafel Milka und Keks, zwei Schüsseln Müsli, danach zwei Käsebrote, eine Tüte Chips, wieder Schokolade, den Rest Pizza vom Mittag, zwei Tüten gebrannte Mandeln“, würge ich hervor. „Und wenn gar nichts mehr da ist, fresse ich auch noch die Süßigkeitenschublade des Mausebären leer.“

Es ist die große Scham, die mir auch jetzt beim Schreiben in den Augen brennt. Weil ich genau weiß, wie nun alle schockiert und empört ihr Maul aufreißen und schreien: Oh. Mein. Gott. Kann die sich nicht beherrschen?!

Nein, ich kann es nicht, denn ich bin süchtig, und das ist meine allergrößte Schande, dass ich es nicht einfach schaffe, mich zu kontrollieren, im Griff zu haben, dass ich aber- und abermals scheitere und versage und mich auch noch selbst verrate! Denn nach einer solchen Nacht quillt der Gelbe Sack über. DeHasen sagt nichts am nächsten Morgen, aber er sieht es. Schweigend räumt er meinen Müll weg, weil ich ihn gebeten habe, niemals darüber zu sprechen. Dem Mausebären aber kann ich das nicht verbieten. „Mama, wo sind meine Marzipantaler hin?“, fragt sie. Und ich wende mich ab und kann nichts sagen, denn was soll ich antworten außer: „Deine gefräßige Mutter konnte sich nicht beherrschen und hat selbst ihrem sechsjährigen Kind den letzten Schokoriegel weggefressen.“

Zwischenzeitlich hatte ich einen Ausweg gefunden, im wahrsten Wortsinn. Der erste Versuch war leider einfacher als gedacht und so manifestierte sich, was zur neuen Sucht wurde: Wer nach dem Fressen kotzt, ist aus allem fein raus. Wer danach fastet, Diätpülverchen schluckt oder exzessiv Sport treibt, übrigens auch. Die Bulimie hat viele Gesichter und viele Auslöser. Ich bin es müde, nach den meinen zu suchen. Ich weiß, dass mein geringer Belastungspegel dafür verantwortlich ist, und das reicht mir.

Wer frisst und kotzt, hat noch nicht das Leben gefunden, das ihm schmeckt.

Der Prof ist besorgt. „Jetzt“, sagt er, „ist es aber höchste Eisenbahn, das Problem anzugehen!“ Wir üben, nichts mehr zu schlucken und nichts mehr zu erbrechen. Zweiteres klappt, ersteres nicht. Ich kehre zurück zum Binge Eating. Bis mein Körper ganz wund ist, mein Gesicht verquollen und auch DeHasen zum ersten Mal ganz vorsichtig den Einwand wagt, dass „das alles doch ein bisschen zu viel geworden“ sei.

Es hat lange gebraucht, bis ich das auch gesehen habe. Nicht nur von außen, sondern durch meine eigene Brille. Aber jetzt ist es soweit: Ich setze mich auf Entzug, öffne die Türen zu meiner Burg (und schließe die vom Kühlschrank) und sage dem letzten Dämon in meinem Leben den Kampf an. Im Mai wollen wir heiraten, DeHasen und ich. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Ich beginne eine Kur mit Almased. Jeder denkt, ich nehme ab, um ins Hochzeitskleid zu passen und hält gute Tipps parat. Ja. Ein paar Kilos weniger sind ein netter Nebeneffekt, in der Tat. Aber darum geht es nicht. Es geht darum, dem Essen die Macht über mich zu nehmen. Es geht darum, ein ganz normales Leben führen zu können, ohne jede Sekunde überlegen zu müssen, wo ich den nächsten Bissen herbekomme. Leider kann ich nicht wie ein Alkoholiker oder Raucher mein Leben lang auf mein Suchtmittel verzichten. Also muss ich mich damit arrangieren. Almased ist eine Trinkkur. Sie hilft mir zu lernen, Stress nicht mehr durch Kauen zu kompensieren. Als ich merke, dass ich auch lebe, wenn meine Zähne nicht ständig am Mahlen sind, ist der erste Schritt geschafft.

Das war letzte Woche.

Es bleibt ein Balanceakt zwischen Gedeih und Verderben. Bulimiker dürfen in einer Therapie normalerweise keine Diätdrinks nutzen, weil sie damit dass Problem von der Kloschüssel in den Mixer verlagern. Mir muss klar sein, dass mein Pülverchen kein Wunder- und schon gar kein Allheilmittel ist. Während ich mich entwöhne, gewöhne ich mir an: Stressbewältigung ohne Essen. Mein Leben von Ballast zu befreien und nicht mehr alles zu schlucken. Stattdessen zu sagen, was ich will. Das ist mühsam. Aber es wird. Mittlerweile esse ich eine feste Mahlzeit am Tag, trinke zweimal Almased, bin gesättigt, und das Verlangen, mir danach vollends die Kante zu geben, schwindet.

Gestern Abend habe ich zum ersten Mal die Tankstelle tatsächlich nur mit einem Kassenzettel für 60 Liter Diesel in der Hand verlassen und meinen Fresstempel auf der Heimfahrt ignoriert.
Es hat mich sehr viel Energie gekostet.
Aber ich habe es geschafft.

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Urlaub-Titel

Ferien im Finsterwald

Wir sind im Paradies.  Während der Rest von Deutschland im Regentief versinkt, strahlt über uns ein Sonnenhoch. Das Frühstück war opulent, wie alle anderen Mahlzeiten hier – es fehlt an nichts. Der Mausebär ist heute Morgen herzig heiter in die Spielgruppe gehüpft, wir werden ihn den ganzen Tag nicht zu Gesicht Urlaub-Schildbekommen. De Hasen hat mich ausschlafen lassen, ein komplett freier Tag liegt vor mir. Unser Balkon bietet eine Traumaussicht – Pferdekoppel, Meer, Vogelzwitschern, Himmel. Wir sind im Paradies. Aber für mich ist es die Hölle.

3.50 Uhr morgens. Wach. Nicht der fehlende Schlaf ist schlimm. Sondern die Panik, die sich anschleicht. Gestern war es 4.15 Uhr. Ich weiß: Wenn sich die Drei nähert, ist die Depression da. Angst. Ohrensausen. Herzklopfen. Du schaffst den nächsten Tag nicht, wie willst Du das durchstehen, wenn Du nicht ausgeschlafen bist? Absurd. Du bist im Urlaub!

Ja. Ich bin im Urlaub. Und Urlaub ist für Depressive ein Finsterwald. Die Gesunden bleiben außen vor und wiegen verwundert die Köpfe. Sie sehen nicht und verstehen nicht. Wollt Ihr es versuchen? Dann folgt mir auf die Pfade ins Dickicht…

Auf der Flucht

Wir laufen einen Marathon. Er führt übern Stress. Für Euch ist es der gewöhnliche Ich-muss-noch-876-Dinge-einpacken-und-haben-wir-auch-nichts-vergessen-Weg. Aber mein Hirnstoffwechsel hinkt. Und mit ihm die Stress-Regulation. Mein Körper schüttet Cortisol aus. Ich bin bereit zur Flucht. Oder zum Kampf. Ich kann mich nicht entscheiden und verharre, gefangen in Spannung. Während alles seinen Platz im Wagen findet, zieht sich das Cortisol langsam wieder zurück. Normalerweise. Leider nicht in mir. Bei Depressiven schwärmt Cortisol aus, beißt sich fest, bleibt kleben. Es bizzelt in den Gliedern und stellt uns unter Dauerstrom. Ständig auf dem Sprung, Panik im Nacken. Das Cortisol legt unser Immunsystem lahm und entzündet sich an der Haut: Akne mit fast 40 und chronische Sinusitis. Langwierig und kräftezehrend ist es, sich vom Cortisol wieder reinzuwaschen. Mitunter dauert es Wochen, Monate, Jahre.

Rückschläge lauern dabei an jeder Ecke, getarnt als schlechtes Gewissen. Weil man das Schöne nicht genießen kann. Weil man das Teure nicht schätzen kann. Weil man dem Partner nicht anstrahlen kann. Weil man nicht wie jeder gottverdammt andere normale Mensch auch einfach seiUrlaub-Mannshandne Familie umarmen und sich am Paradies freuen kann!

Versumpft

Gleich neben der Stressstrecke wartet der Sumpf des Versagens. Einen Tag – ausgerechnet! – bevor wir in Urlaub fahren, kontaktiert mich ein Headhunter. Hat auf Xing mein Profil entdeckt. Den Link zu meinem Blog hat er großzügig überlesen. Er bietet mir einen Bombenjob bei BASF an. Vollzeit. Für ganz Europa. Pressesprecherin. Einige sagen: Wow! Jackpot! Ich frage mich, ob irgendjemand überhaupt zuhört, wenn ich was sage, liest, was ich schreibe. Unverständnis. Dass ich ablehne. Meine Entscheidung schwankt. Wie kannst Du nur? Du kannst doch nicht! Ja, ich kann nicht. Weil kein normaler Mensch, der ein Kind erzieht und Familie hat, dieses Pensum schaffen würde, sagt mein Prof. Ich glaube ihm nicht. Ich bin ein Versager. Wie immer schon. Sackgasse.

Schlammschlacht

Die Feindesfurcht bleibt. Alles wird zur Bedrohung am Urlaubsort: die neue Umgebung, das fremde Bett, die unbekannten Menschen im Speisesaal, die anderen Mütter in der Kinderbetreuung. Allein ein Geräusch kann Panik auslösen. Ein Lachen von der Wiese, weil ich fürchte, wegen zu großen Lärms nachts nicht schlafen zu können. Fortsetzung folgt. Alle Eindrücke strömen ungefiltert und dreifach so laut auf mich ein, und ich kann mich nirgendwo verkriechen. Trigger heißt das, wenn unser Körper instinktiv auf einen Reiz reagiert, der die Abwärtsspirale antreibt. Bei Depressiven kann alles zum Trigger werden. Der Blick in den Spiegel, die Stimme am Nebentisch, der Anblick eines Schwimmbads. Wecken unschöne Begebenheiten der Vergangenheit und reizen uns bis aufs Blut. Bis die trübe Brühe über uns zusammenschwappt. Wir sind ihr ausgeliefert, macht- und hilflos.

Auf dem Grund kauert die soziale Phobie im Schlamm und freut sich. Sie weiß, wir sind wertlos. Weil wir von Kindheit an nichts anderes erfahren haben. Weil wir im Alter vielfach bestätigt wurden. Unsere Partner sind hilflos. „Ich liebe Dich, weil Du es selbst nici fell in love with youht kannst“, sagt De Hasen oft. Ich versuche, es zu
glauben.

Es zieht mir den Boden unter den Füßen weg, wenn ich auf andere Menschen treffe. Sie treffen muss. Jede Sekunde tastet mein Hirn ab, was der Gegenüber von mir denkt, wie hässlich, albern oder skurril er mich wohl findet. Meine Gedanken schreiben eine Hintergrundmollmusik, deren Text einen Sprung hat: „Du bist zu fett. Du hast Pickel. Deine Nase ist krumm. Deine Klamotten schäbig. Deine Haltung schief. Deine Sprache lächerlich. Vergiss es. An die andern reichst Du eh nie ran.“ Der Aufenthalt unter meinesgleichen wird zum Horrorfilm, Smalltalk eine Farce. Egal, ob im Job oder unter Freunden, sogar in der Familie: Wir bestehen nur, weil wir uns mit übernatürlicher Kraft in eine Rolle pressen, von der wir denken, dass andere sie erwarten. Damit wir normal erscheinen.

Stellt Euch das vor. Und Ihr wisst, wie viel unglaubliche Energie mich mein Beruf als Pressesprecherin gekostet hat. Die zwei neuen Arbeitsstellen binnen zweier Jahre, die Vorstellungsgespräche, diese pseudo-psychologischen Spielchen und Prüfungen. Die Öffentlichkeit, die Veranstaltungen, die Meetings. Mehr, als ein Mensch tragen kann.

Im Dunkel-Dickicht

Undurchdringlich ist der Dschungel. Dort hält sich das Dopamin versteckt. Es weiß, es soll die Menschen erhellen. Ein Wegweiser auf verschlungenem Pfad zwischen Relevanz und Irrelevanz. Wo kein Dopamin, da keine Hoffnungsstreif. Was bleibt dem Depressiven, dem es an Dopamin mangelt, als sich auf Irrlichter zu verlassen, die ihm mit Liebe den Weg in den Abgrund weisen. Simple Sinneseindrücke zur grotesken  Grausamkeit ausstrahlen. Vor allem nachts.

Kennt Ihr den Film Zeit des Erwachsens“ mit Robin Williams und Robert de Niro? Schaut ihn Euch an. Und Ihr wisst, wie es Menschen im Dopamin-Dschungel geht.Urlaub-Quallen

Stau der Glückseligkeit

Der Fluss im Hirn ist unterbrochen. Die Depression hat Serotonin-Dämme errichtet. Es staut sich und kommt nicht weiter und signalisiert dem Körper, dass er zu viel davon hat. Das Glückshormon ebbt ab, versiegt. Das ist fatal. Denn der Neurotransmitter macht nicht nur „glücklich“, er beeinflusst unser komplettes Leben. Steuert unsere Wahrnehmung, unseren Schlaf, regelt unsere Temperatur, Schmerzempfinden und Schmerzverarbeitung. Macht uns Appetit und Lust auf Sex. Bringt Herz-Kreislaufsystem, Verdauung und Blutgerinnung in Schwung.

Wenn Ihr depressiv seid, versiegt dieser Strom der Glückseligkeit. Euch zermürben  Gelenk- und Rückenschmerzen vom Aufstehen bis zum Zubettgehen. Es gibt keinen Tag, an dem Ihr frisch und ausgeschlafen und voller Lust aufspringt. Am Morgen schon seid Ihr am Ende. Ihr schleppt Euch hundemüde durch die Stunden, findet keinen Schlaf. Im Sommer erfriert, im Winter verglüht Ihr. Erleidet Fressanfälle und Magerwahn, Herzrasen, Kreislaufkollapse, Durchfälle und blaue Flecken am ganzen Körper. Ihr vegetiert dahin, bis Ihr nur noch ein Schatten Eurer selbst seid. Völlig entnervt, völlig entkräftet. Und doch – niemand darf es merken! Und es bemerkt auch niemand. Ihr seid Meister der Gesichter, das Rollenspiel Eure höchste Kunst. Jede verdammte Minute.

Willkommen im Finsterwald! Die Dornen schließen sich hinter Euch wie im Märchen die Hecke. Die Hölle, das sind nicht nur die anderen. Die Hölle, das sind wir selbst.

Wa(h)re Wegweiser

Wer weist Euch jetzt den Weg zurück? Und welchen wollt Ihr wählen? Laut einer Studie schaffen es nur sechs Prozent aller Depressiven zurück ans Licht. Ist das ein Wunder? Ja. Der Rest kämpft ein Leben lang. Oder ergibt sich der Dunkelheit. Ist das ein Wunder? Nein.

Urlaub-WegweiserEs fehlt an Wegweisern. An Lotsen. Und an guten Feen. Wer sich alleine auf den Weg macht, scheitert. Wer die falsche Begleitung wählt, irrt. Wer zaubern kann, sehr viel Glück hat oder den Weg nicht zum ersten Mal antritt, wird es vielleicht schaffen. Doch jedes Mal bleibt ein Teil seines Muts, seines Willens auf der Strecke.
Seit 20 Jahren bin ich auf der Reise. In den dunkelsten Finsterwald und zurück ans Licht. Mittlerweile kenne ich fast alle Wege im Schlaf. Und alle Irrlichter beim Namen. Ich habe mich durchgeschlagen, verletzt, überlebt. Gnade mir, wenn ich vergesse, was ich dabei lernen musste. Wenn ich eine Sekunde meine Gedanken freilasse. Der Wald verschlingt mich mit Haut und Haar. Ohne Wenn und Aber.

Gerade wuchert mein persönlicher Finsterwald auf einer kleinen Insel in der Ostsee. Wie gerne würde ich mir darin eine Höhle graben, mich mit Moos bedecken und für immer verschwinden. Damit die Reise ein Ende hat. Aber sie wird nicht zu Ende gehen. Also packe ich wieder mal meine Machete aus und kämpfe mich zurück. An die Ostsee. Zu meiner Familie. Zu mir selbst.

Ich bin schließlich im Urlaub.

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Don’t hide your emotions!

“Tempting as it might be, don’t hide your real emotions. After all that is what a blog is about. If you want, you can stay anonymous and voice your feelings on whatever you are passionate about. You might have strong views on various subjects but let your readers know your passion. What is passion worth if you can’t even share it? You’ll actually love the discussions it can lead to. The discussions will broaden your own thinking and you might end up making some really good friends.”

Das ist ein Zitat aus den WordPress-Guidelines. Ich finde, nichts passt besser, um den Sinn von bloghuette.info zu beschreiben. Hier geht es um sensible Themen, um emotionale, sehr private. Einige
Leser werden interessiert reagieren, andere vielleicht verstört.

Natürlich hatte ich deswegen überlegt, bestimmte Bereiche mit   Passwörtern zu schützen, den Eintritt in diese Welt nur per Login zu gewähren. Doch wen würde ich damit aussperren? Wer würde vor der Tür bleiben, zu ängstlich, anzuklopfen oder gar die Klinke in die Hand zu nehmen?

Aus diesem Grund sind hier alle Texte, alle Gedanken, alle Emotionen frei zugänglich. Sehr gerne könnt Ihr sie kommentieren, darüber diskutieren, mir Eure Erfahrungen schreiben oder einfach nur, wie es Euch heute geht. Ihr könnt dazu völlig anonym bleiben. Teilt diese Seite mit Freunden, damit sie wissen, dass sie nicht alleine sind. Ich freue mich über jedes Feedback, jeden Austausch, egal welcher Art.

Ich vertraue Euch.

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