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Schatzsucher

long time no see…

Ich habe Euch sträflich vernachlässigt.
Vor allem aber habe ich mich selbst vernachlässigt.

Alles, was ich Euch in den vergangenen Artikeln geschrieben habe, hat sehr an meinen Nerven gezerrt… mit den bekannten Auswirkungen.

Seit ein paar Wochen entspannt sich die Lage: Mein Existenzgründerzuschuss ist durch, ich bin jetzt komplett selbstständig, es sind Ferien, DeHasn war mit dem Mausebären eine Woche im Urlaub – und ich hatte Zeit. Es ist unglaublich, wie wertvoll Zeit ist. Vor allem Zeit, sich zu resetten.

Ich habe gemerkt, wie sehr mir diese Minuten und Stunden gefehlt haben. Dazusitzen, sich zu ordnen, Prioritäten zu setzen, sich selbst wieder wichtig zu nehmen. Bis vor kurzem hatte ich dafür überhaupt keinen Kopf. Ich hetzte und hetzte und machte und machte…. und wäre wohl wieder einmal ins Burnout gerannt. Was hat mich abgehalten?

Abgesehen von meiner tollen Familie und meinen Freunden *kuss!* denke ich, dass es zum größten Teil mit meinem Job zusammenhängt. ENDLICH tue ich wieder etwas, was mir Freude macht, was für mich einen Sinn ergibt. Vor allem macht es mich stolz, nun für mich verantwortlich zu sein, MEINE Geschäfte zu führen (und nicht immer den Karren für jemand anderen aus dem Dreck zu ziehen). Es tut mir so gut, meine Zeit einzuteilen. Das ist eine große Freiheit, die ich sehr genieße: Habe ich morgens um fünf einen  Flow, dann arbeite ich eben morgens um fünf. Habe ich mittags keine Energie mehr, tanke ich bei einem Nickerchen auf. Es ist so viel effektiver, so zu arbeiten. Und so zu leben!
Ich arbeite wohl mehr als zuvor. Aber es stresst mich nicht mehr.

Langsam, ganz langsam lege ich mich wieder frei. Geduld braucht das, aber es bringt auch unendliche Ruhe – meditativ, wie das Sandwaschen am Fluss auf der Suche nach Gold.

Den Klinikaufenthalt habe ich gecancelt. Ich frage mich, wie ein depressiver Mensch diese Bürokratieberge bewältigen soll, bis er überhaupt einmal einen Platz in einer für ihn passenden (!) Klinik erhält. Und dazu noch die zu ihm passende (!) Behandlung. Viel zu viel Stress. Und dann: Was ist, wenn man wieder zuhause ist? In der alten Umgebung? Da nehme ich lieber den direkten Weg: sich zuhause besser fühlen lernen.

Das Essen ist nach wie vor meine Krux, aber jetzt habe ich Zeit, mich auch darum zu kümmern. Vor allem ist es ein Umlernen von Gewohnheiten. Und das dauert – zwei Schritte vor, einer zurück. Immerhin! Ein Schritt nach vorne!
Es ist wie beim Tanzen. Da dreht man den Walzer sein Leben lang rechts rum und soll auf einmal links rum zirkeln. Heidewitzka! Das klappt nur mit viel Training. Und Balance. Und einem, der einen sicher im Arm hält <3

Ab er es wird. Und deswegen habe ich jetzt auch die Hintergrundfarbe der Bloghütte auf Weiß geändert. Auf einer Seite zumindest. Ich finde, das ist ein guter Anfang :-)

Passt auf Euch auf!


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Angst essen Seele auf. Oder: Frohes Neues!

Hallo, Ihr Lieben!

Na, seid Ihr gut gelandet im neuen Jahr?

Was sind Eure Vorsätze? Hoffentlich habt Ihr keine und lebt glücklich und zufrieden wie bisher in den Tag hinein. Das wünsche ich Euch!

Weihnachten und Silvester waren bei mir wie immer holprig, aber ich habe es geschafft. Wir hatten dieses Jahr keinen großen Stress, objektiv gesehen. Haben Weihnachten mit der Familie und Silvester mit unseren lieben Nachbarn und Freunden gefeiert. Es war H.-J. Spindler  : pixelio.dewunderschön. Aber mitten in der Neujahrsfeier, so zwischen Gorgonzolabirne und Salamipilzen (Preisfrage: Was gab’s zum Essen?), wurde mir anders. Alles war zu viel, zu laut und am allerliebsten hätte ich mich zuhause auf meiner Couch unter der Decke verkrochen.

Warum? Weil Menschen mich Kraft kosten, sehr viel Kraft. Ihr seht das von außen nicht, ich bin im Laufe der Jahre zum sozialen Profi geworden. Aber dass ich andere treffe, mit ihnen smalltalke, Witze mache, gar esse, ist für mich immer noch ein Spießrutenlauf. Ständig läuft ein Film hinter meiner Stirn und spult ohne Unterbrechung ab: “Was denken die, wie du aussiehst? Du bist so dick geworden, sie verachten dich dafür! Was sollst du nur sagen, wie dich verhalten?” Leider ist es kein Stummfilm.

Vielleicht könnt Ihr Euch das vorstellen. Es ist, als ob Ihr einen Tinnitus hättet, den Ihr mit viel Energie und Geduld ausblenden müsst. Ihr habt also ständig diese Gedanken im Ohr und Kopf und versucht, vordergründig ganz normal zu sein. Mal gelingt es, mal nicht. Es kommt immer darauf an, wie es Euch gerade geht, ob Ihr Wilhelmine Wulff  : pixelio.deohnehin am Energielimit seid oder fremden Leuten gegenüber sitzt (ganz, ganz schlimm!) oder ob Ihr ausgeglichen und ruhig bei vertrauten Menschen seid.

Fokussieren, achtsam sein, im Augenblick ruhen – das hilft manchmal. Das innere Stoppschild rausholen, dem Gedankenrausch die Stirn bieten, der doofen Stimme alle zwei Sekunden den Mund zuhalten. Atmen. Ein. Aus. Und während Ihr rund um die Uhr diese yogaeske Übung praktiziert, immer schön locker bleiben und weiterplaudern. Nicht, damit es keiner merkt – mittlerweile kennen mich meine Freunde und Bekannte ziemlich gut. Sondern weil auch ich Spaß haben will! Weil ich keinen Bock mehr darauf habe, nicht normal wie jeder andere Gesellschaft genießen und feiern zu können!

Soziale Phobie heißt das, was mit meiner Depression einher geht und mir die Freude raubt. Es ist eine harte Nuss, die ich niemals knacken werde. Ich kann mit bestimmten Tricks die Schale wetzen. Aber den Kern erreiche ich nicht. Das ist eben so. Oft spreche im Reckmann  : pixelio.de  5ich mit meinem Prof darüber – denn wer unter Menschen leben will, hat immer damit zu tun.

Das Perfide an einer sozialen Phobie ist, dass sie sich schwer abstellen lässt. Wer Angst vor Spinnen oder Aufzügen hat, macht ein Keinepanikprogramm durch und ist geheilt. Oder er meidet sie ganz einfach. Geht leider bei mir nicht. Jedes Mal, wenn ich raus gehe, ist es, als ob ich aus der schützenden Höhle auf eine Lichtung trete. Das volle Sonnenlicht blendet mich, die Feinde leider nicht, sie stürzen los, bereit zum Töten. Wenn ich das nicht möchte, muss ich mich also wappnen: Panzer rum und durch.

Dabei ist es egal, ob da draußen tatsächlich Feinde lauern oder mich Freunde erwarten. Meinem Hirn ist das gleich. Seufz.

Die Ursache liegt wie so vieles in meiner Kindheit. Wenn ich mal ganz viel Kraft habe, schreibe ich Euch darüber. Nur eine Bitte an dieser Stelle: Sagt Euren Kinder nie-, nie-, niemals, dass sie hässlich und Drecksmenschen sind! Bitte. Danke.

Ist die soziale Phobie nicht ganz ausgeprägt, kommt man gut mit Training dagegen an. Das lernt man in der Verhaltenstherapie oder bei CBASP. Je länger sich die Phobie im Hirn einnistet, um so mehr schädigt sie es aucim Reckmann  : pixelio.de  4h. Über die exakten Vorgänge schreibe ich Euch später noch einen Beitrag. Theoretisch kann ich alle Verteidigungsstrategien aus dem Effeff. Aber wenn meine Gedanken panisch den Kopf verlieren, ist es aus mit wohlüberlegtem Handeln. Ich renne in mein Unglück und versuche, den ganzen Stress zu kompensieren – mit andauerndem Binge Eating. Mir hilft in solchen Situationen nur noch mein Antidepressivum, Citalopram. Es kappt die Emotionsspitzen, es verhindert, dass ich panisch durchdrehe, es hilft mir, zu leben – und ja, auch Weihnachten und Silvester zu überstehen, Menschen zu treffen und das manchmal sogar zu genießen. Den Heißhunger heilt es leider nicht. Aber, mein Gott. Man muss eben Prioritäten setzen…

Wie gesagt. Außenstehende bekommen von diesem inneren Kampf nichts mit, wenn sie mich nicht sehr gut kennen. Und ich lebe ja auch trotzdem weiter – habe meine Familie, einen Haushalt, einen Job und bald mein eigenes Unternehmen, wie viele andere depressive Menschen auch.

Solche Tage wie Weihnachten und Neujahr (der soziale Supergau schlechthin) zeigen mir allerdings, dass meine Kraft nicht unendlich ist. Dass ich wieder kürzer treten muss. Und dass es auch überhaupt gar nicht schlimm ist, an Feiertagen einfach mal allein oder zu zweit auf der Couch rumzulungern (lustigerweise habe ich das von vielen Freunden gehört, die auf einer Party ins neue Jahr geschlittert sind. Yado  : pixelio.deWir werden älter, scheint’s).

Jahrzehnte fand ich das völlig unmöglich, habe mich auch abseits des Jahreswechsels unter Menschen gezwungen. Hat es was gebracht? Nein. Außer enormer Anstrengung. Schuld daran war auch der ein oder andere Psychologe, der meinte, so meine Sozialphobie kurieren zu müssen. Ich kann mich an eine Situation erinnern, als ich 20 war: Eine Freundin wollte mit mir Kaffee trinken gehen. Horror! Meine damalige Therapeutin stellte mit mir einen exakten Verhaltensplan für dieses Treffen auf. Und tatsächlich habe ich es überstanden, indem ich jede Sekunde die eingetrichterten Befehle abrief. Ganz toll. Total ungezwungen. Aber: Auch ich glaubte fest daran, dass das der richtige Weg sei. Wie bei den Spinnen. Je näher man ihnen kommt, je öfter man sie trifft, umso furchtloser wird man. Pfft.

Mittlerweile denke ich anders: Warum soll ich so was tun? Ich brödle vor mich hin, und ab und an treffe ich liebe Menschen und feiere sogar mit ihnen. Ganz freiwillig. Und manchmal macht es sogar Spaß. Und wenn mir alles zu viel wird, zu laut und der Tinnitus nicht mehr verstummt, weiß ich: Stoppschild hoch, ab in die Höhle. Doof nur: Dass ich das weiß, heißt nicht, dass ich es auch tue.  Es braucht Tim Reckmann  : pixelio.dewahrscheinlich noch einige Zeit, bis ich mir wieder vertraue – das wird mein großes Thema 2016 sein.

Abgesehen von diesen Einbrüchen, die längst nicht mehr so schlimm sind wie früher, geht es mir neutral bis gut. Zum einen liegt es an all dem, was ich von meinem Prof gelernt habe. Zum anderen an meinem Medikament, von dem ich täglich 20 mg nehme. Ich schlafe normalerweise zügig ein und gut durch bis zum nächsten Morgen. Ich stehe nicht auf mit einer Zentnerlast auf den Schultern, fürchte mich nicht vor dem Tag und würde nicht am liebsten wieder unter die Decke kriechen. Es fällt mir nicht alles so unendlich schwer, ich muss mich nicht von Minute zu Minute schleppen.

Ich kann mich ab und an auf mein Gegenüber konzentrieren und verliere mich nicht im gedanklichen Nirwana. Mein Akku ist noch nicht ganz voll, aber es reicht wieder für acht bis zehn Stunden. Bisweilen kann ich mich entspannen, so einfach zwischendurch, ohne großes Wellnessprogramm. Ich habe wieder Energie, für andere da zu sein. Nicht viel, aber ich hoffe, es hilft ihnen. Draußen nehWolfgang Dirscherl  : pixelio.deme ich meine Umwelt vereinzelt wahr. Bin ich auf der Autobahn unterwegs, fällt mir ab und an auf, dass am Himmel Wolken oder am Wegrand Bäume stehen.

Und manchmal, ganz manchmal, muss ich unwillkürlich lächeln und bin ein kleines bisschen glücklich.


Fotos: pixelio – CFalk (1), H.-J. Spindler (2), Wilhelmine Wulff (3), Tim Reckmann (3+4), Yado (5), Tim Reckmann (6), Wolfgang Dirscherl (7)

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Is there anybody…

… out there – help me sing my song?

Ihr Lieben,

weil ich vermisst werde (danke, dass Ihr an mich denkt❤️), kurz ein kleines Zeichen: Das Leben fährt gerade Achterbahn mit mir. Ich bin wieder mal gekündigt worden – eine Stelle, die ich angenommen hatte, um jemanden aus der Patsche zu helfen. Der Mausebär ist in die Schule gekommen und steht jetzt jeden Tag mittags um eins auf der Matte. DeHasn war wieder unterwegs in der Welt und ich allein zu Haus (oder auf dem Arbeitsamt oder beim Arzt oder in der Physiotherapie oder beim Salzteigbacken…)

Ich hab mir den Außenspiegel abgefahren und kämpfe gerade mit der Versicherung, die erst sagte, sie übernehme de12189792_970877066291487_8947825813354643387_nn Schaden und jetzt nichts mehr davon wissen will. Und wenn ich schon dabei bin, schreibe ich dem Pressesprecher der GEZ böse Briefe, weil die sich meine Daten vom Einwohnermeldeamt gemopst haben, aber nicht raffen, dass ich seit drei Jahren nicht mehr alleine wohne und nun verheiratet bin *AAAAARGH*
Der ganz normale Wahnsinn eben, Ihr kennt das.

Ich überstehe Elternabende und Familienfeiern und Bewerbungsgespräche und übe mich in Großmut und Vergebung.  Zwischendurch ploppt die Vergangenheit auf und reißt mich in Fressstrudel, wobei diese nicht mehr so tief sind wie früher. Bei all dem versuche ich, nicht abzurutschen. Ich bin vorgestern 40 geworden und hadere damit, dass die Hälfte meines Lebens vorbei ist, und diese Hälfte ziemlich bescheiden war.

Auf der anderen Seite fühle ich mich so aufgehoben wie nie. Unsere kleine Familie und meine Freunde geben mir viel Kraft und stehen kompromisslos hinter mir. Meine Näherei entwickelt sich weiter… 12046925_752852831487680_4146317145651418258_nund wird bald etwas sein, was mich hauptberuflich beschäftigt. Ein großer psychosomatischer Klinikverband hat meinen Blog entdeckt und mir eine Kooperation angeboten (ich denke noch drüber nach).  Ich bin gerade völlig im Umbruch, und hoffe nur, dass die Depression nicht wieder zuschlägt.

Ich möchte noch so viel schaffen! Ich will meine Selbstständigkeit – in jedweder Hinsicht.

Jetzt sind gerade wieder Ferien, in denen der Mausebär bespaßt  werden will und ich trotz Kündigung brav ins Büro marschiere, um niemanden hängen zu lassen. Sobald ich eine ruhige Minute habe, melde ich mich ausführlich.

Bei Euch hoffentlich alles gut?

Alles Liebe, Patricia


Header: Pixar, Inside out
Foto oben: Meine Geburtstagskarte vom Hasn und meiner Familie. I love you!
Foto unten: Mein Werk.

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Geschafft

Ich – wir – haben es geschafft! Das Bild oben zeigt uns um Mitternacht bei unserer Feier, Frisuren und Outfits völlig aufgelöst – und wir beide überglücklich.

Zu diesem Zeitpunkt liegen 16 Stunden voller Aufregung im Fokus dutzender Menschen hinter mir. Und ich bin mächtig stolz, dass es trotz allem so ein wunderbarer Tag war und ich all meine Sorgen vergessen konnte. Mein Aussehen, was die Leute von mir denken… alles war mit einem Mal so egal. Und alle, wirklich alle Gäste waren zauberhaft und sagten uns immer wieder, wie schön wir selbst und unser Fest sei.

Der allerschönste Moment für mich war, als DeHasen mir den Ring an den Finger steckte. Ich musste so weinen in diesem Augenblick. Denn ich war so DSC04781erleichtert…mit einem Mal war ich eine Ehefrau, wir eine richtige Familie – sogar auf dem Papier – das Leben als alleinerziehende, sorgenbeladene, depressive Mutter ist endgültig vorbei.

Natürlich, ich weiß: Die Depression wird mich weiter begleiten, ein Leben lang. Aber es ist so unendlich leichter, wenn da jemand ist, der das mitträgt, wenn da etwas ist, das mich mitträgt: absolutes Vertrauen, eine Familie und eine große innige Liebe.

Nun sind wir zwei Tage verheiratet, sitzen im sonnigen Garten unserer Bloghütte, haben Besuch aus aller Welt – und noch immer ist es wunderbar. Ich bin sehr glücklich, dass ich mich getraut habe.

“Ach, Schatz”, sagt DeHasen gerade und verdrückt eine Träne, “wir haben so ein schönes Leben”.

Ja, das haben wir.

Passt auf Euch auf!


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Stein-Zeit

Was tun, mitten in der Depression und mit Panikattacken am Hals? Raus! Raus in den Garten, in den großen, wilden Garten. Und dann – einen Stein aufheben. Das Laub darunter behutsam wegfegen, damit die zarten Pflänzlein nicht brechen. DeIMG_2186n Stein wieder hinlegen. Und dann – den zweiten
Stein aufheben. Das Laub darunter behutsam wegfegen, damit die Regenwürmer weiterschlafen können. Den Stein wieder hinlegen. Stein um Atemzug, Atemzug um Stein, bis das Herz weich wird und der Kopf stumm.

Nur ein Stein! Und dann der nächste. Nicht alle auf einmal! Nicht alle Steine und danach noch das Efeubeet und das Rosenbeet und die Rasenfläche und den Vorgarten! Nein. Nur diese eine Reihe, Stein für Stein, so lange, wie es eben braucht.

Während ich mich zwinge und konzentriere, nicht wieder den Überblick und mich selbst zu verlieren, muss ich an Beppo denken. Ihr wisst schon, den Straßenkehrer aus Michael Endes Märchen
“Momo”. Und weil ich mich heute in meinem Garten so verbunden mit ihm, dem Straßenkehrer, gefühlt habe, hier seine Geschichte. Zum Erinnern. Zum Zeitnehmen. Und zum Atemholen:

Wenn er so die Straßen kehrte, tat er es langsam, aber stetig: Bei jedem Schritt einen Atemzug und bei jedem Atemzug einen Besenstrich. Dazwischen blieb er manchmal ein Weilchen stehen und blickte nachdenkliIMG_2189ch vor sich hin. Und dann ging es wieder weiter: Schritt – Atemzug – Besenstrich.

Während er sich so dahinbewegte, vor sich die schmutzige Straße und hinter sich die saubere, kamen ihm oft große Gedanken. Aber es waren Gedanken ohne Worte, Gedanken, die sich so schwer mitteilen ließen wie ein bestimmter Duft, an den man sich nur gerade eben noch erinnert, oder wie eine Farbe, von der man geträumt hat. Nach der Arbeit, wenn er bei Momo saß, erklärte er ihr seine großen Gedanken. Und da sie auf ihre besondere Art zuhörte, löste sich seine Zunge, und er fand die richtigen Worte. “Siehst du, Momo”, sagte er dann zum Beispiel, “es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man”.

Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort: “Und dann fängt man an, sich zu beeilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedesmal, wenn man aufblickt, sieht man, daß es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt
IMG_2188es mit der Angst, und zum Schluß ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem.

So darf man es nicht machen.” Er dachte einige Zeit nach. Dann sprach er weiter: “Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muß nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten.” Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte: “Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein.”

Und abermals nach einer langen Pause fuhr er fort: “Auf einmal merkt man, daß man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste.” Er nickte vor sich hin und sagte abschließend: “Das ist wichtig.”

Nachtrag: Während ich das schreibe und völlig im Hier und Jetzt bin, geht die Tür auf, und der Mausebär kommt plärrend hereingestürmt. Er hat einen Spreisel im Finger. Entweder bekommt er eine Blutvergiftung oder stirbt sofort. Mindestens. Ein Schritt nach dem….”Maaaamaaaaa, das tuuuut sooo weeeeheeee!!!”

Die große Kunst ist, in der Stein-Zeit zu bleiben.
Auch, wenn die nächste Bombe tickt.


Zitat aus: Michael Ende, Momo. Thienemann Verlag; 20. Auflage (1973).

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Höhlenfrieden

Ihr habt sicher gemerkt, dass ich in den vergangenen Wochen ein wenig sprachlos geworden bin. Ja, auch ein Depressionsprofi verrennt sich immer mal wieder Richtung Finsterwald und hält sich nicht an seine eigenen Vorsätze *seufz*

Ich will Euch hier auch gar nicht groß zutexten, mich einfach kurz melden und damit bis nach Weihnachten abmelden. Die letzten Wochen waren vollgepackt bis zur letzten Sekunde, keine Zeit zum Durchschnaufen, keine Gelegenheit zum Erden. Wenn dann auch noch Dinge passieren, die nun mal passieren – Waschmaschine streikt, Vater im Krankenhaus, Kind hat zig Weihnachtsveranstaltungen – macht jemand, der eh nur auf Notakku läuft, eben schlapp. Dann ist es höchste Zeit, sich in seine Winterhöhle zurückzuziehen, weil jede Mail, jeder Anruf, ja selbst jedes Wort, das man irgendwo im Netz liest, zu viel ist und einen körperlich sticht, so sehr, dass man würgen muss und denkt, die nächste Magen-Darm-Grippe ist im Anmarsch.

Euch möchte ich mitgeben, weil Ihr ja vielleicht auch über Weihnachten besonders gefragt seid (die liebe Familie und so): Macht Euer Ding. Was zuviel ist, ist zuviel, und wenn Euch nicht danach ist, Friedefreudeeierkuchen im trautem Heim zu feiern, klinkt Euch aus. Ihr braucht keinen superduper Christbaum, nicht den 50. selbstgenähten Loopschal für Eure Kollegen, kein Festtagsmenü mit 12 Stunden Küchenhaft, nicht das 20. Selfie von Euch auf Facebook, und der liebe Gott wird es Euch auch nachsehen, wenn Ihr diesmal nicht in der Christmette vorbeischaut (sonst geht Ihr ja auch nie in die Kirche, oder?;-))
Eure Lieben werden das schon verschmerzen.
Und wenn Ihr alleine seid und deswegen traurig, schafft Euch Eure eigene Höhle. Das ist völlig in Ordnung. Ihr seid keinem etwas schuldig und müsst keinerlei Rechenschaft ablegen. Schaut nach Euch, denn:

Schöne Seele braucht reine Höhle.

Ich drück Euch und wünsch Euch einen friedlichen Winterschlaf!


Headerbild: pixelio/wandersmann

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Betrogen und belogen

Ich HASSE moderne Kinderlieder. Ganz besonders, wenn sie von Rolf Zuckowski sind. Dieser singende erhobene Zeigefinger geht mir mächtig auf den Zeiger. Aber wenn es den Mausebären glücklich und vor allem still macht, ertrage ich ihn. Wie letzte Woche auf der Heimfahrt vom Stall.

Doch dann erwischt er mich. Ihr wisst schon. Wenn der Text Euch auf einmal einfängt, Eure Ohren hängenbleiben, Ihr ins Lied*  eintaucht und denkt: Singt der von mir?

Du sagst, du kannst nicht singen?
Gelogen! Gelogen!
Du hast vor allen Dingen Dich selber betrogen.

Während der Mausebär hinter mir auf den billigen Plätzen weiterträllert, kommen mir die Tränen. Ich bin gerührt. Betroffen. Getroffen. Warum?

Es gab eine Zeit, da konnte ich singen. Ich habe gesungen, bis sich die Balken bogen. Jede freie Minute. Zuhause zur Gitarre. Draußen im Chor. In der Band. Im Kammerensemble. Zu IMG_1113Ausstellungseröffnungen und Hochzeiten. Am allerschönsten war „Dream of Gerontius“ von Elgar mit hundert anderen Sängern und Orchester in einer mittelalterlichen Kirche. Als der letzte Ton verklungen war, läuteten die Glocken. Und schwiegen dann wieder. Ich auch.

Es kamen Leute, die sangen besser. Vielleicht sangen sie auch nicht besser. Aber meine Eltern fanden das wohl. Es gab den Morgen nach einem Konzert, an dem ich lobheischend und stolzgeschwellt in die Küche kam und allen alles erzählen wollte. Von meinem Triumph. Wir hatten „Hard to say I’m sorry“ zweistimmig interpretiert. Unplugged. Nur zur Gitarre. Wir waren die Stars des Abends! Allein, es kam nicht dazu. Mit dem Satz „Hattest Du gestern nichts anderes anzuziehen als die alten schwarzen Hosen?!“ war der Zauber verflogen und ich verstummt. Wieder mal.

So erging es all meinen Talenten. Ich konnte malen wie ein Meister. Ich konnte tanzen wie ein Derwisch. Ich koIMG_1110nnte reiten wie der Blitz. Aber es interessierte niemanden. Und wenn, dann nur, wenn ich vermutlich etwas falsch dabei machte. Ich wurde unsicher, ich strauchelte, ich zitterte, ich stellte mich und meine Talente in Frage und gab immer häufiger auf. Und immer früher. Saß ich zuvor stundenlang versunken an einem Bild, kritzelte ich jetzt schnell was dahin, nur um bestätigt zu sein, dass es Scheiße war. Alle anderen Mädchen wurden Ballettelfen und brillierten auf Reitturnieren.

Ich zog mich in mein Kämmerlein zurück und vergaß. Immer mal wieder dachte ich: Ach, Du konntest doch mal so gut… Und probierte es. Aber es kam nichts Gutes dabei heraus.

Bis, ja bis ich im September meine Auszeit antrat und Zeit hatte. So viel Zeit. Beim Stöbern im Internet fand ich durch Zufall Stoff. Also, den zum Nähen. Ich war fasziniert. Diese Farben! Diese Muster! Ich recherchierte und recherchierte, und bald landete der erste Ballen in unserer Bloghütte. Dieser Anblick! Dieses GeIMG_1112fühl! Schon lange nicht mehr hatte ich etwas in der Hand gehabt, was so weich, so fließend, so voller Qualität war.

Ich fieberte meinem Geburtstag entgegen. Die Familie hatte zusammengelegt, und am Morgen des 22. Oktobers hatten DeHasen und mein Mausebär sie liebevoll auf dem Gabentisch drapiert: meine neue Nähmaschine!

Ich blätterte einmal quer durch die Gebrauchsanweisung und legte los.

Halt.

Ich legte eben nicht einfach mal so los. Ich nahm mir Zeit. Zeit, die Gebrauchsanweisung von vorne bis hinten durchzulesen. Zeit, die einzelnen Striche eines Schnittmusters abzupausen und jede einzelne Linie behutsam mit dem Bleistift nachzufahren. Zeit, den Fadenlauf des Stoffes zu ertasten, um den Zuschnitt genau danach auszurichten. Zeit, alle nötigen Stücke sorgfältig und genau auszuschneiden. Zeit, zusammenzunähen, was zusammengehörte. Und Zeit, alles wieder aufzutrennen, weil es falsch war.

Ich staunte: Das machte mich weder wütend, noch aggressiv, noch gab ich auf! Mit einer Engelsgeduld und meinem verpflasterten Daumen (hatte dummerweise drübergenähtIMG_1117) in der viel zu kleinen Schere löste ich den Faden vom Stoff, wohlbedacht, dem wertvollen Stück nicht zu schaden. Ich spürte, wie mich das entspannte. Diese Arbeit mit den Händen, diese langsame Behutsamkeit, diese Liebe zum Detail. Ich fand meine Ruhe wieder. Meine Geduld. Meine Freude. Und meinen Glauben, dass alles, was ich da fabrizierte, gut werden würde.

Und es wurde gut. Ich nähte ein um das andere Kleidungsstück. Und jedes einzelne ist zauberhaft. Noch immer kann ich es nicht fassen, wenn ich den Fuß meiner Nähmaschine hebe und den Stoff herausnehme. Dass der so gerade vernäht ist, dass jedes Teil zum andern passt. Dass daraus Dinge entstehen, die einfach nur … schön sind.

Nach jeder einzelnen Naht renne ich zu DeHasen, hüpfte vor ihm auf und ab wie ein Kind vorm Weihnachtsmann und schreie: „Schau! Da! Die Naht! Ganz gerade! Hier! Sieh! Mein erstes Bündchen! Guck! Da! Der perfekte Ärmel!“

Seit ich das entdeckt habe, sprudle ich über. Ich kann mich kaum halten vor neuen Ideen, neuen Stoffen. Ich bin süchtig danach. Es istIMG_1121 mein Antidepressivum: Sew your Song! ** Unsere Bloghütte quillt über – vor Nähzeug, vor neuen Stücken, vor Freude, vor Energie. Leute kommen und sagen: „Boah, ist das toll, was Du machst! Kannst Du mir auch so was nähen?“

Das macht mich stolz. Auf mich und auf etwas, was langelangelange ganz tief in mir verbuddelt war. Ein bisschen wie das Schreiben. Und definitiv ein Talent – mein Talent!

Du sagst, Du kannst nicht singen?
Gelogen! Gelogen!
Schon bald sind Deine Zweifel
verflogen, verflogen.
In Zukunft sing und denk nicht dran,
ob jemand schöner singen kann.
Denn keiner singt genau wie DU.
Drum hören wir DIR gerne zu!


* Hier könnt Ihr das Lied ab Minute 6:25 anhören. Aber auch das erste Lied in diesem Video passt an dieser Stelle perfekt. Aufgenommen wurde übrigens in Mainz ;-)

** Praxistipp: Ihr seid genervt, weil Euch nie was gelingt? Ihr werdet aggressiv, wenn Ihr etwas tut, was schnellstmöglich fertig sein soll und danach total doof aussieht? Schnappt Euch ein Blatt Butterbrotpapier und irgendein Bild. Legt das Butterbrotpapier auf die Zeichnung. Paust sie durch. Mit dem Bleistift. Gaaanz langsam. Gaaanz behutsam. Dann nehmt eine Schere und schneidet entlang der gepausten Linien das Bild aus. Gaaanz langsam. Gaaanz behutsam. Atmen nicht vergessen! Lasst Euch Zeit. Und wenn Ihr fertig seid, hebt Euer Werk hoch und begutachtet es gebührend. Ihr könnt stolz auf Euch sein!

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Welle Titel

CBASP – Wellenreiten für chronisch Depressive

Dieser Text ist für A. und M. und alle anderen, die noch einen Ausweg aus der Depression suchen. Er ist ein wenig *räusper* lang geraten. Also nehmt Euch ne Tasse Kaffee, nen Keks und vor allem Zeit und kommt mit mir in den April 2012…

Da sitze ich wieder, in dem kleinen, muffigen Räumchen des Zentralinstituts für seelische Gesundheit in Mannheim (ZI), zweiter Stock, Flur ganz durch, hinten links. Während ich diesen Text schreibe, bin ich erneut mitten drin, im ZDCIM112GOPROimmer, im Geschehen, in der Therapie – jene Therapie, die mir beibrachte, nicht in den Wellen meiner Depression zu versinken, sondern sie zu reiten. Die für mich die Rettung war.

Frühjahr 2012. Ich habe eine Geburt hinter mir, eine Scheidung, drei Umzüge mit Kleinkind, drei Jahre als alleinerziehende berufstätige Mama und einen Arbeitgeber, der mich gerade hinaus gemobbt hat. Alles so viel, dass weder mein Antidepressivum Citalopram noch eine „normale“ Verhaltenstherapie mehr greift. Ich bin am Ende. In meiner Verzweiflung google ich nach Behandlungsmöglichkeiten für chronisch Depressive und lande auf der Homepage des ZIs. Dort suchen sie Teilnehmer für eine Studie. Eine neue Behandlungsform ist aus den USA herübergeschwappt, angeblich genauso wirksam wie Antidepressiva und vor allem für chronisch Depressive.

Ich maile hin und lande bei meinem heutigen Prof. „Bitte“, flehe ich ihn an, „helfen Sie mir! Das ist meine letzte Rettung.“ Tatsächlich lädt er mich zum Screening ins ZI. Ich werde auf Herz und Seele geprüft. Denn nur Patienten mit eineBildschirmfoto 2014-10-02 um 09.19.13m tatsächlich chronischen Depressionsverlauf können an der Studie, welche die Wirksamkeit der neuen gegenüber alten Therapieformen beweisen will, teilnehmen. Ich bete, dass der Test positiv ausfällt und ich zu den Probanden der neuen Therapie gehöre. Es klappt. Mein Depressionsindex liegt bei 87 (Gesunde haben null, bei 90 gibt man sich glaub’ ich die Kugel), und ich werde der neuen Therapieform zugeteilt. Ich bin unendlich erleichtert und fortan Studienteilnehmer, Gruppe CBASP.

Was klingt wie eine Wespe mit Startschwierigkeiten, heißt in Langform „Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy” (CBASP) – zu Deutsch „Kognitives Verhaltens-Analyse-System der Psychotherapie“. Das neue Behandlungsverfahren wurde Ende der 1990er von Prof. James P. McCullough Jr. (Virginia Commonwealth University, USA) entwickelt, um 2006 kam es nach Deutschland. Es ist bis heute weltweit der einzige Therapieansatz, der speziell für chronisch (länger als zwei Jahre) Depressive konzipiert wurde.

CBASP geht davon aus, dass chronisch Depressive durch früh erfahrene Traumata (Misshandlungen, Verluste oder chronische Vernachlässigung) sozial und emotional in ihrer Entwicklung meblockiert wurden. Die Betroffenen haben nie gelernt, mit anderen Personen und ihrer Umwelt zu interagieren. Wenn sie es heute dennoch versuchen, und das aufgrund fehlenden „sozialen Wissens“ schief geht, sind sie frustriet und ziehen sich immer weiter zurück.

In der Kindheit traumatisierte Menschen bleiben oft in einem präoperativen Entwicklungsstadium stehen, also sozial und kognitiv auf der Stufe eines zwei- bis siebenjährigen Kindes. Versetzt Euch in eine Sechsjährige, die sich durch den Managementdschungel eines Großunternehmens mit all seinen menschlichen Spitzfindigkeiten schlagen muss. Das ist die Erklärung, warum so viele, die doch so qualifiziert sind, so oft scheitern.

Haben Menschen nicht die Chance, dieses Entwicklungsdefizit aufzuarbeiten, leiden sie ein Leben lang an niedrigem Selbstwert und einer generellen Hoffnungslosigkeit. Ihnen fehlt die Fähigkeit zur genauen Beobachtung und Selbstwahrnehmung. Zudem können sie Erfahrungen kaum verarbeiten. Deswegen fällt es chronisch Depressiven sehr schwer, mit ihrer Umwelt in Kontakt zu treten. Besonders fremde oder neue Menschen und Situationen sind anstrengend, weil sie automatisch mit Personen und Erlebnissen Bildschirmfoto 2014-10-02 um 14.53.25früherer Traumata gleichgesetzt werden. Beispiel: „Mama hat mir immer weh getan, also wird auch Herr oder Frau XY mir immer wehtun.“

Was CBASP nun tut, ist, diese finsteren Gedanken zu durchleuchten, aufzudröseln, kleinzuhacken, zu überprüfen und sie durch neue, positive, zielführende zu ersetzen. Der Patient lernt, dass niemand außer ihm selbst über seine Gedanken bestimmen kann. Dass es in seiner Macht liegt, wie Leute ihn sehen und auf ihn reagieren und wie er sich verhält. Er wird vom ferngesteuerten Opfer seiner Depression zum selbstbestimmten Agitator seines Lebens.

Klingt alles so wunderbar, so einfach, oder? Isses aber nicht. (Wäre ja auch zu schön gewesen… ;-)) Stellt Euch vor, Ihr wart 20 Jahre gelähmt an einen Rollstuhl gefesselt und habt nun die Chance, wieder gehen zu können. Wie lange brauchen Eure Nerven, Eure Muskeln und letztlich Euer Willen, das in Angriff zu nehmen – vom ersten Schritt bis zum Marathonlauf? Vermutlich ein Jahr. Mindestens. Genauso ist es bei CBASP. Zwischen dem Entschluss, sich in Bewegung zu setzenCBASP1 und dem Erreichen der Ziellinie liegt ein Jahr harten Trainings. Ich will Euch zeigen, wie meins aussah.

Zuerst einmal musste ich herausfinden, warum ich falsch gepolt war. Dass ich es war, war mir klar, aber nicht, wieso! Also gingen mein Therapeut und ich meinem Leben auf den Grund – bis in die frühe Kindheit…

  • Wie sah es mit meinen emotionalen Bedürfnissen aus, wurden sie erfüllt? Wie Ihr an dem Flipchart-Blatt aus meiner ersten Sitzung im April 2012 erkennen könnt, lautet die Antwort: Nein. Meine Mutter hatte kein Interesse an mir, unterdrückte mich und trat meine Bedürfnisse sprichwörtlich mit Füßen. Mein Vater tat es ihr gleich. Mein Großvater, der mit uns im Haus lebte, erkannte meine Bedürfnisse, unterstützte mich aber nicht, weil er genauso viel Schiss vor meiner Mutter hatte wie ich.
    Ich lernte: Meine Bedürfnisse und ich interessieren niemanden.
  • Meine Kindheit war geprägt von negativen Gefühlen. Die Mutter drohte mit Strafe (körperliche und psychiche), ansonsten kam von ihr keinerlei Unterstützung. Der Vater strafte ebenso und war kaltherzig. Mit dem Großvater war ich verbunden im Leid, aber auch von ihm kam keine Hilfe.
    Ich lernte: Ich muss CBASP2alles selber mit mir abmachen; ich werde herabgewürdigt und gestraft, wenn ich zeige, wie es mir geht.
  • Bei „Fehlern“ meinerseits (die meine Mutter willkürlich zu solchen erklärte) kam es zur Strafe durch die Mutter, wiederholt abends vom Vater und zu sogenannten Familiengerichten, bei denen ich nochmals verurteilt und bestraft wurde.
    Ich lernte: Ich darf keine Fehler machen! Und ich bekam nie ein Gefühl dafür, was richtig und was falsch ist.
  • Auch der Beziehungsfähigkeit drückte meine Kindheit ihren Stempel auf. Von meiner Mutter erfuhr ich null Nähe, dafür Gewalt. Dasselbe gilt für meinen Vater, wobei er Nähe zuließ, wenn die Mutter es nicht mitbekam. Meine Großeltern, die weiter weg lebten, gaben mir alle Liebe und Nähe, die sie hatten. Sie waren mein Rückzugsort, der aber zeitlich begrenzt auf ein paar Wochen im Jahr blieb.
    Ich lernte: Beziehungen sind nicht verlässlich.

All diese Erfahrungen, all diese Stempel setzten sich in mir fest und beeinflussten jede weitere Begegnung, jeden weiteren Schritt in meinem restlichen Leben, ja sogar die Art und Weise, wie andere auf mich reagierten. Wie es in den Wald hineinruft…? Ja. Blödes Sprichwort. Aber es stimmt. Wissenschaftlich erwiesen. Schaut Euch den Kiesler-Kreis an. Er zeigt, wie sich Personen untereinander Bildschirmfoto 2014-10-02 um 09.38.05verhalten, welche Rolle sie einnehmen. Ist der eine dominant-distanziert, wird der andere unterwürfig-distanziert reagieren – so geschehen bei meiner Mutter und mir, siehe mein Kiesler-Kreis von einer Therapiestunde ganz am Anfang. Selten ändert sich der andere. Also könnt Ihr diesen Teufelskreis nur durchbrechen, indem IHR Euch ändert, IHR eine andere Rolle einnehmt. Sobald Ihr nicht mehr feindselig-unterwürfig, sondern zum Beispiel freundlich-dominant agiert, wird der andere freundlich-unterwürfig reagieren. Das ist kein Hokuspokus, keine Magie, sondern einfach menschlich.

Im Nachhinein erklären diese Blätter vom Flipchart meines Therapeuten so vieles, fast alles. Aber bis zum Frühjahr 2012 wusste ich davon nichts. Als Kind hatte ich keine Möglichkeit, das zu erkennen oder zu verändern. Und als Erwachsene war und bin ich noch immer zutiefst schockierBildschirmfoto 2014-10-02 um 09.38.32t darüber, was meine Eltern mir angetan und mir somit die Chance auf ein normales, glückliches Leben genommen haben.

Die Kunst war nun also, mich so umzupolen, dass ich auf meine Mutter und stellvertretend alle anderen Menschen nicht mehr feindselig-unterwürfig reagieren oder ihnen erst gar nicht in dieser Weise gegenübertreten würde. Dass ich nicht länger als Opfer leben müsste. Oh, Gott, dachte ich damals, mitten in der Depression. Wie soll ich das nur schaffen? In ganz, ganz, ganz kleinen Schritten und mithilfe der CBASP-Situationsanalyse. Weiter unten habe ich Euch zwei typische Beispiele aus meiner Therapiezeit eingefügt. Wie ein Patient mit Schlaganfall musste ich wieder lernen, meine Gedanken und meinen Körper selbst zu leiten.

„Wenn Sie einen Brief schreiben möchten“, fragte mein Therapeut, „was tun Sie da?“
„Ich mache mir Gedanken über den Inhalt und schreibe los“, sagte ich.
„Hm“, sagte der Therapeut. „Wenn sie einen Brief schreiben möchten, müssen Sie erst einmal einen Stift zur Hand nehmen. Und was tun sie, um den Stift in die Hand zu nehmen?“
„Ich greife danach?“DCIM112GOPRO
„Aha. Und was müssen Sie Ihrer Hand sagen, damit sie das auch tut?“
„Greif!“

Zweimal die Woche fuhr ich nun ins ZI und analysierte eine Stunde lang genau EINE Situation wie zum Beispiel das Aufheben eines Stiftes. Es waren nur Sekundenbruchteile einer Szene, die mich völlig aus der Bahn warfen: Meine Mutter öffnet die Tür, schaut mich an, ich heule. Wir fanden heraus, welche meiner Gedanken mich in die Irrealität, in frühere Situationen, führten. Ich lernte, sie zu destillieren, durch neue zu ersetzen. In zahllosen Rollenspielen saß ich Menschen meines früheren Lebens gegenüber und führte Dialoge ein zweites Mal – bis ich diejenige war, die freundich-dominant den Gesprächsverlauf und damit mein Leben  bestimmte.

Hier seht Ihr zwei meiner Blätter als Beispiel (anklicken), die Ihr gerne auch für Euch als Vorlage herunterladen könnt:
Situationsanalyse Hochzeitskleid
Situationsanalyse Döner

Was wir nicht in den Therapiesitzungen besprechen konnten, analysierte ich alleine zuhause. Nun hat ein Tag ziemlich viele Sekundenbruchteile und eine Woche erst recht. Also analysierte und analysierte ich, in meiner Wohnung stapelten sich Blätterberge, mein Leben war eine einzige Situationsanalyse. Wenn ich nachts nicht schlafen konnte, stand ich auf, erforschte meine Gedanken, entlarvte die Irrläufer, formulierte meinen Schlachtruf („Schlaf ein!“) Welle 02und betete ihn so lange mantramäßig vor mich hin, bis niemand außer mir mehr in meinem Kopf war – und ich tatsächlich einschlief.

Oft genug war ich versucht, wieder meine Antidepressiva, die ich vor Therapiebeginn absetzen musste, zu nehmen. Aber ich hielt durch. Ich wusste, es war meine letzte Chance. Ich lernte, mich bewusst mit Menschen zu treffen, mit ihnen zu reden, Geburtstage zu feiern, zusammen zu arbeiten. Ich fand heraus, was für mich falsch und richtig war, was (und wen) ich liebte und was (und wen) nicht. Ich äußerte Kritik, und Kritik von anderen tat nicht mehr so weh. Und – die Königsdisziplin – ich sagte meiner Mutter ins Gesicht, dass ich anderer Meinung sei als sie und das tun würde, was mir gefiele.

Ein Jahr dauerte es, Training rund um die Uhr, bis sich das neu Erlernte in meinem Hirn festsetzte, automatisierte. Irgendwann fiel mir auf, dass ich nicht mehr bei jeder GeBildschirmfoto 2014-10-02 um 09.23.55legenheit Blatt und Stift aus der Tasche zog, sondern unbewusst die Situation schon gemeistert hatte. CBASP war fest in mir verankert, hatte alte Denk- und Verhaltensmuster bei Seite geschoben, sich etabliert und mein inneres, traumatisiertes Kind wachsen und heilen lassen. Im April 2013 war mein Leben endlich selbstverständlich geworden, und ein letztes Screening zeigte statt einem Index von 87 die Zahl Drei. Nicht mehr chronisch depressiv. Ganz ohne Medikamente. Nur mit CBASP. Und allein durch mich.

„Aber“, ereifert Ihr Euch nun (ich kann es genau hören ;-)), „aber, der Finsterwald! Im Sommer! In den Ferien! Immer wieder musst Du gegen ihn kämpfen! Wie kannst Du da sagen, Du bist geheilt?!“ Ich antworte wie mein weise schmunzelnder Prof, dem ich vergangene Woche genau dieselbe Frage stellte: „Frau W., sie werden nie geheilt sein“.

Das ist das Leben: Verletzungen hinterlassen Narben. Wir werden dünnhäutig, und manchmal brechen Narben wieder auf. Für mich heißt das, dass ich stets vulnerabel, also verletzlich sein werde. Aber mal ganz ehrlich – wer ist das nicht! Stress ist ein großer Feind. Er macht mich fahrig, ich verliAivasovsky_Ivan_Constantinovich_Moonlit_Seascape_With_Shipwreckere meine Kontur, bin nicht bei mir und in mir, schenke mir keine Aufmerksamkeit mehr. Wenn dann etwas auf mich einströmt – Konflikt mit dem Ex-Partner, neuer Job, Urlaub – übersehe ich den Leuchtturm und schippere geradewegs ins Unglück. Ich vergesse, die Situation zu analysieren und mich mit einem Schlachtruf wieder heraus zu katapultieren. Oft verliere ich den Blick für die Realität und setze mir Ziele, die selbst mit der ausgefeiltesten CBASP-Methode nicht zu erreichen sind. Ich kämpfe mich mit irrealen Gedanken (Du MUSST das jetzt schaffen!!) gegen den Strom und rudere volle Kraft voraus in den Untergang. Und manchmal – ich geb’s offen zu – hab’ ich auch einfach keinen Bock mehr und lass die Segel gleiten. Ich rutsche auf der nächsten Depressions-Welle aus und strande wieder mal in meinem kleinen, muffigen Räumchen im Mannheimer ZI.

Das ist nicht schlimm. Für mich. Für Außenstehende schon, weil sie Angst haben, dass ich ertrinken würde. Ich kann es verstehen. Noch heute zweifle ich, selbst in guten Phasen, wenn ich den Tanzsaal, den Reitplatz, die Geburtstagsparty oder meDepression me3in Büro betrete: „Was werden sie über Dich denken?!“ Aber es bleibt bei diesem einen, kurzen Stich ins Herz und binnen Sekunden habe ich mich wieder unter Kontrolle. Nur bei zwei Menschen hat sich dieser anfängliche Schmerz, diese Angst völlig verloren. Nicht bei meinen Eltern oder bei meinen besten Freunden. Sondern bei DeHasen und meinem Mausebären.

Ob CBASP dauerhaft eine Alternative zu Antidepressiva bietet? Wir werden sehen, was die Auswertung der Studie im kommenden Jahr bringt. Prof. Christian Schubert, Medizinische Universität Innsbruck, forscht auf dem Gebiet der Psychoneuroimmunologie. Ihn hatte ich gefragt, ob ein Leben mit chronischer Depression ohne Medikamente möglich sei. Seine Antwort: „Ja, mit sehr viel harter Arbeit.“

Ich merke das: Extremsituationen wie Vorstellungsgespräche sind immer noch ein enormer Kraftakt und erfordern da, wo andere sich nur auf die Fragen des Gegenübers konzentrieren, meine ganze cbasp3Körper- und Willensbeherrschung. Dass CBASP selbst dann wirkt, seht Ihr an dem psychologischen Gutachten, das eine Firma von mir erstellt hat. Ich verkneife mir ein triumphierendes Grinsen und verweise besonders auf den Bereich „Außenorientierung“ (Den Job habe ich übrigens dann auch bekommen. Es war der mit dem Döner).

Also keine Sorge: Jede Welle, die ich nehme, macht mich stärker. Ich hab nämlich inzwischen nicht nur das Depressions-Seepferdchen. Sondern auch den Freischwimmer. In Silber;-)


  • Die bunten Folien sind aus einem Vortrag von Frank Padberg, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Ludwig-Maximilians-Universität München (9. November 2009) über Psychotherapie bei chronischen Depressionen.
  • Das kleine Mädchen auf Bild 3 bin ich.
  • Das Bild vom Wrack im Mondlicht ist von Aivasovsky Ivan Constantinovich (Rechte gemeinfrei).
  • Und die wunderschönen Meerfotos sind von DeHasen.
  • Alle weiteren Infos zu CBASP und eine Liste von zertifizierten Therapeuten findet Ihr hier.

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Wir Waschweiber…

…würden weiße Wäsche waschen – und zwar sehr gerne nur eben diese, denn dann wären wir nach zwei Maschinen durch!

Wir sind wieder zuhause. Und während De Hasen in seinem Büro 8669436 Mails abarbeitet, der Mausebär wieder die Kita aufmischt und ich an meinem neuen Projekt und den alten Bandscheiben feile, schleudere ich mit Wäschekörben um mich. Aus diesem Grund gibt es noch keinen neuen, wirklich tiefgründigen Beitrag hier in der
Bloghütte – außer der Erkenntnis, dass rosa Stoffballerinas NICHT in die helle Kochwäsche gehören *räusper*

NiniIch bin froh, wieder zuhause zu sein und mich um meinen – sprichwörtlich – eigenen Dreck kümmern zu können! In der Zwischenzeit habe ich viele Nachrichten und Briefe von Euch erhalten. Ich freue mich über jedes einzelne Wort, weil es mir zeigt, dass mein Blog einen Sinn macht. Bei vielem, was Ihr schreibt, muss ich schlucken, ich fühle mit Euch…

…mit dem Mädchen, das sich ritzt, weil es die Welt nicht mehr erträgt.
…mit der jungen Frau, die nur noch schwarz sieht und deren Freund sich deswegen große Sorgen macht.
…mit der Mittvierzigerin, die wie ich gegen eine soziale Phobie kämpft und trotzdem jeden Tag tapfer ins Büro geht.
…mit der älteren Dame, deren Mann sich in die Alkoholsucht geflüchtet hatte, weil er nicht der war, der er sein sollte.

Euch allen danke ich für Euer Vertrauen! Ich habe Euch versprochen, ich schreibe Euch dazu und mache Euer Thema – natürlich anonym – zu meinem Thema, um Euch und anderen zu helfen. Ich bin weiß Gott kein Therapeut, aber durch meine Krankheits-Karriere kenne ich die eine oder andere Person oder Information, die Euch vielleicht wieder ein Stück weiterbringt auf Eurem Weg ins Leben zurück.

Gleich morgen geht es los…wenn ich den rosa Farbstich wieder aus der weißen Wäsche gewienert habe.

Header: Jean Siméon Chardin, Die Wäscherin (um 1735, Rechte gemeinfrei)

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Urlaub

Spurenleser

Es ist soweit: Die Bloghütte macht Urlaub! Wir packen unsere
sieben Sachen und schlagen für zwei Wochen unsere Zelte am Meer auf. Wellenwandern, Muschelnkuscheln, Sandstreicheln.

Apropos Sand: Kennt Ihr noch dieses Gefühl unter den Füßen? Der weiche, warme Strand, der bei jedem Schritt weicht, sich zwischen die Zehen schmuggelt auf dem Weg in die Wellen? Dann der kühle Schlick, Stehen auf der Stelle – zwei, drei, vier – bevor Ihr eintaucht, kühl und samten? Und wenn Euch die Küste dann mit einem dicken Schmatzer wieder freigibt und Ihr weiterzieht, bleiben sie, die

Spuren im Sand

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten, Streiflichtern gleich,
Bilder aus meinem Leben.

Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigenen und die meines Herrn.

Als das letzte Bild an meinen Augen vorüUrlaub2bergezogen war,
b
lickte ich zurück.
Ich erschrak, als ich entdeckte, dass an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur zu sehen war.
Und das waren gerade die schwersten Zeiten meines Lebens.
Besorgt fragt
e ich den Herrn:
“Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am meisten brauchte?”

Da antwortete er: “Mein liebes Kind,
ich liebe dich und werde dich nie allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen.”

Ich wünsche Euch eine wunderbare Sommerzeit. Und die Gewissheit, dass Ihr nie alleine geht – an welchem Strand auch immer.

PS an alle Einbrecher: Unsere Lieblingsnachbarn sitten rund um die Uhr unsere Hütte, und unsere Kotzekatze mag am liebsten Frischfleisch.
Übrigens auch rund um die Uhr.

Spuren im Sand,  ©1964 Margaret Fishback Powers

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