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Kinderhand-in-Erwachsenenhand

Beautiful Trauma

Das kleine Mädchen kauert an der Heizung, umklammert seinen Teddy und wiegt sich hin und her. Eben gerade wurde es von seiner Mutter verprügelt. Mit dem Kochlöffel. Und beschimpft. “Du Drecksmensch! Bin ich von Dir oder Du von mir!?”
Das kleine Mädchen wehrt sich nicht mehr. Es hat aufgehört, 32938087_1617383025056814_1857917330860802048_nmitzuzählen, wie oft schon es misshandelt wurde. Es hat aufgehört, auf Hilfe zu hoffen. Es ist gefangen in einem Alptraum.

20 Jahre später. Das kleine Mädchen ist mittlerweile eine junge Frau. Die junge Frau versucht zu leben. Aber immer wieder wird sie krank. Die Ärzte reichen sie weiter von einem zum anderen, bis sie beim Psychiater landet. Der hört ihr endlich zu. Und findet heraus: schwere Depression durch langjährige Misshandlungen. Posttraumatische Belastungsstörung.

Ihre Freundin leiht ihr ein Buch aus. Indianisches Horoskop – der Rabe. Darin steht, dass die junge Frau nach einem schweren Leben mal eine Heilerin sein wird. Die junge Frau lächelt müde und legt das Buch zur Seite.

Die junge Frau kämpft. Wenn sie eines mitbekommen hat in diesem Leben, dann den Willen, zu überleben. Sie studiert, findet einen tollen Job, heiratet, bekommt ein Baby. Aber immer und immer wieder reißt die Depression sie aus dem Alltag, macht ihr das Leben schwer.

5 Jahre später. Die erwachsene Frau hat eine Reihe an Therapien hinter sich. Weil sie schon immer ein Forschergeist war, hat sie sich intensiv mit dem Thema Psyche und Depression auseinandergesetzt. Sie geht an die Öffentlichkeit, erzählt von sich. Sie lernt zahlreiche andere Menschen kennen, denen es genau so geht wie ihr. Sie merkt: Sie ist kein Alien. Sie denkt: Wenn ich nur einem von ihnen mit meinen Erfahrungen helfen kann, ist schon viel gewonnen. Sie gründet einen Blog, schreibt über ihre Depressionen.

10 Jahre später: Das Mädchen von damals ist unterwegs. Es hat eine wundervolle Familie und ein Zuhause gefunden. Sich selbst noch nicht ganz. Es ist noch auf der Suche, aber immerhin kann es seiner inzwischeIMG_7295n chronisch gewordenen Depression die Stirn bieten. Es lebt sein Leben, so gut es eben geht.

Da trifft es eine Bekannte. Die fragt, ob das Mädchen von damals nicht Lust hätte, auszuhelfen. In einem Heim für psychisch und physisch behinderte Menschen. Das Mädchen von damals hat ein bisschen Angst, aber die erwachsene Frau sagt ja.

Ein halbes Jahr später. Auf dem Stuhl sitzt eine junge Frau und wiegt sich hin und her. Sie redet nicht viel, aber wenn, hat sie nur ein Thema. Ihre Stereotypie geht an die Nieren.
Aber ihr gegenüber sitzt das Mädchen von damals, das weiß, was sie durchgemacht hat, das weiß, warum sie heute so sein mag, wie sie ist.
Die eine hört der andern zu. Stunden, Tage, Monate. Manchmal treffen sich ihre Augen, und für einen kurzen Moment ist eine Verbindung da, und die eine kann der anderen in die Seele schauen.


Als mich meine Bekannte vor einem halben Jahr fragte, ob ich nicht bei ihr im Behindertenwohnheim aushelfen könnte, war ich ziemlich unsicher. Ich, mit meiner Sozialphobie, meiner toxischen Scham und meinen depressiven Episoden? Puh…

Ich ging hin – und fühlte mich zuhause. Den Menschen dort war es egal, wie ich aussah, was ich für einen Werdegang hatte, wo ich herkam. Wichtig war für sie nur eins: Wer ist für uns da? Wer hört uns zu? Wer versteht uns? Und ich konnte sie so gut verstehen! Denn so viele lebten dort, die ähnlich wie ich in ihrem Leben ein Trauma erlebt hatten, unter dem sie noch heute leiden – so sehr, dass sie mit ihren Psychosen kein eigenständiges Leben mehr führen können.

Mittlerweile bin ich fest dort angestellt, arbeite 25 Stunden die Woche, begleite die Bewohner des Heims in ihrem Alltag. So unterschiedlich ihre Behinderungen, so einzigartig die Menschen.
Ich sehe keine Behinderungen. Ich sehe, was sie erlebt haben,  warum sie so wurden, wie sie sind, und sehr oft erinnern sie mich an das kleine Mädchen von damals.IMG_7245
Es ist keine leichte Aufgabe, aber eine wunderschöne. So viele Heiratsanträge wie dort habe ich noch nie bekommen :-)
Nein, im Ernst. Immer, wenn ich nach Hause gehe, werde ich gefragt, wann ich wiederkomme. Viele sagen mir, wie schön es ist, dass ich jetzt da bin. Ich bin dort nicht nur erwünscht, sondern geliebt.
Das ist für mich eine ganz seltsame Situation: Menschen lieben mich für das, was ich mit ihnen mache, dass ich einfach für sie da bin, dass ich ich bin.

Momentan bewerbe ich mich für ein berufsbegleitendes Sozialpädagogik-Studium an der Hochschule in unserer Nähe. Ich will noch mehr wissen, noch mehr erfahren, wie ich anderen Menschen helfen kann. Und natürlich auch mir selbst.

Außerdem binIMG_7171 ich jetzt Mitglied im Team von project semicolon. Das ist eine internationale Organisation, die depressiven Menschen mit Selbstmord-Gedanken hilft. Gerade wird eine App entwickelt, mit der man einen provider, also Helfer oder Ansprechpartner, in der Nähe finden kann. Ich werde für Deutschland zuständig sein.
Unser Erkennungszeichen ist das Semikolon. Es sagt: “My Story isn’t over yet!”

Macht mir das alles noch Angst? Nein. Ich glaube, ich habe endlich meine Bestimmung im Leben gefunden.
Nach so vielen Um- und Irrwegen, so vielen Schmerzen und schlimmen Zeiten wird es ja auch endlich Zeit dafür. Das kleine Mädchen von damals ist kein Opfer mehr, sondern auf dem Weg zur Heilerin.

Passt auf Euch auf. Und wenn Ihr Hilfe braucht, schreibt mir.
Eure Patricia


 

Nacht

Hast Du auch Deine Tabletten genommen?

Etwas beschäftigt mich zur Zeit sehr: die Reaktion von Menschen auf meine Depression. Ich habe vor einiger Zeit beschlossen, offen damit umzugehen. Zwei Dinge veranlassen mich dazu: erstens anderen begreiflich zu machen, wie es jemanden geht, der an dieser furchtbaren Krankheit leidet. Und zweitens, Hoffnung zu verbreiten, dass auch ein Leben mit Depression möglich ist.

Natürlich binde ich es nicht jedem Menschen sofort auf die Nase: “Hallo, ich bin Patricia und depressiv!” Wobei ich das auch schon getan habe. Als mich die Geschäftsführung für meinen letzten PR-Job anfragte, sagte ich: “Lies Dir bitte erst meinen Blog durch. Und dann ruf noch mal an.” Ich bekam den Job. Weil die Geschäftsführung meinen Blog ignorierte. Oder nicht ernst nahm. beaker-47537Und dann sehr erstaunt war, als ich den Job quittierte.

Höre ich deswegen auf, mich zu outen? Nein. Wer mich fragt, bekommt eine ehrliche Antwort. Oder wenn jemand sehr leidet, sage ich: “Du, ich habe das auch.” Ich könnte vorsichtiger sein und ein Leben in völliger Dunkelheit führen, ein Teil von mir weggesperrt in den Tiefen meiner Seele. Und ich verstehe jeden, der das tut. Denn die Erfahrungen bei einem Outing sind nicht immer schön. Ich möchte Sie gerne mit Euch teilen. Damit Ihr das nächste Mal ein bisschen behutsamer mit Menschen umgeht, die sich Euch anvertrauen.

Erstaunen

“Hö? DU bist depressiv?! DAS hätte ich jetzt nicht von Dir gedacht!” Tja, stell Dir vor. Auch depressive Menschen können ein Leben führen, ein durchaus zufriedenstellendes, erfolgreiches. Sie können Chef sein, Elternteil, eine Familie organisieren, tolle Sportler werden und sehr kreativ. Und dass, obwohl der schwarze Hund ihnen ständig im Nacken sitzt. Wenn so etwas kommt, nehmt es als hqdefaultKompliment und nicht persönlich. Einfach so. Und versucht nicht, Euch zu rechtfertigen.

Ignoranz

Das sind die Leute, denen Ihr Euch offenbart, die aber nicht richtig hinhören und gleich zur Tagesordnung übergehen. Wer ist heute schon nicht depressiv, haben wir nicht alle einen kleinen Schatten?

Genau diese Leute sind dann erstaunt, wenn Ihr Symptome Eurer Krankheit an die Oberfläche lasst und eben mal nicht perfekt seid.
Es ist mühselig, solche Leute aufklären zu wollen, weil sie sowieso kein offenes Ohr für die Nöte andere haben. Kann man mit leben, muss man aber nicht.

Spott

“Jaja, depressiv!” Plus leichtes Kräuseln der Mundwinkel. Das sind Menschen, die auch gerne behaupten, dass es kein Burn-Out gibt. Wir sind halt schlichtweg träge, faul, hypochondrisch. Solchen Leutena3ea252b837add417e5e9666e351d6ab würde ich am liebsten in die Fresse schlagen. Die machen mich am wütendsten. Ich wünsche Ihnen, dass sie nur einen Monat lang in meinen Schuhen gehen müssten. Wahrscheinlich würden Sie sich danach die Kugel geben.
Leider packen mich diese Menschen genau an meinem wunden Punkt und bekommen haargenau und bis ins Detail dargelegt, welche Krankheit eine Depression ist – inklusive aller aktuellen Studien und dezidierter biomechanischer Vorgänge im Hirn. Danach sind die Spötter so plattgelabert, dass sie sich hüten werden, je wieder so etwas Unbedachtes auszusprechen.

Entmündigung

Ja, ein hartes Wort, ich weiß. Es bezieht alle mit ein, die Euch nach Eurem Outing nicht mehr zutrauen, geradeaus zu denken. Gerne kombiniert mit dem Satz: “Hast Du auch Deine Tabletten genommen?!” Als wenn wir keine Seele, keinen Verstand, kein selbstständiges Leben hätten (siehe oben). Ja, es ist bisweilen schwierig, mit einem Depressiven. Weil er immer und ständig an sich selbst zweifelt und alles in Frage stellt. Weil seine 776024-beakerhoneydew460Stimmungsschwankungen nicht nur beim PMS auftauchen, sondern auch zwischendurch. Was gestern noch total schrecklich war, ist heute völlig akzeptabel und keinen Gedanken mehr wert.
Wir WISSEN, dass wir dieses Manko haben, und nicht nur EUCH fällt es schwer, damit umzugehen. Nein, am allerschwersten fällt es uns, weil es sich so real anfühlt, unser Verstand aber weiß, dass es falsch ist.

Unsere “Tabletten” nehmen wir, damit wir nicht von der nächsten Brücke springen. Damit unser Serotonin- und Dopaminhaushalt im Hirn stabil bleibt. Damit wir überhaupt leben können. Trotzdem sind wir Menschen mit Emotionen, die ihren Weg im Leben finden müssen. Und glaubt uns, wir tun ALLES dafür, das zu tun!!
Unsere Tabletten ändern daran nichts. Ihr müsst damit klar kommen oder den Kontakt abrechen. Isso.

Also bitte hört auf, Depressiven diese Frage zu stellen. Wir sind eh schon am Zweifeln und nach einem solchen Kommentar vollauf davon überzeugt, dass wir jetzt gleich sofort zehn Pillen auf einmal schlucken oder noch heute am Feiertag dringend zum Notarzt fahren müssen.

Ablehung

Nach meinem letzten – zugegeben negativen – Text zum Thema Selbstmord hier sah ich ein FB-Posting einer Bekannten, von der ich weiß, dass sie hier mitliest. Sie schrieb sinngemäß, sie habe die Nase voll von Leuten, die immer nur negativ auf der Stelle treten und in ihrem eigenen Sumpf wühlen und niemals voran kommen.

Ich weiß nicht, ob sie mich damit meinte. Aber es hat mich verletzt. Als ob das ein Hobby, die liebste Freizeitbeschäftigung wäre, sich Stunde um Stunde gegen die quälenden Gedanken im Kopf zu wehren, diesen Film, der immer mitläuft und stört, egal, was wir tun.
Deswegen heißt es CHRONISCHE Depression. Oder, wie bei mir in der Diagnose: rezidivierende depressive Störung mit mittelschweren bis schweren Episoden nach ICD-10-GM-2017. Es muppet-show-3ist nicht heilbar. Es ist einfach da und wird immer bleiben.

Ich verstehe jeden, der sich vor solchen Menschen zurückzieht. Ich selbst hätte gerade nicht die Kraft, mit mir zusammen zu leben und mir zuzuhören (vielleicht sollte ich das mal… An dieser Stelle von Herzen ein Danke an meinen Mann!). Aber ich bitte Euch: Ihr müsst uns weder lesen, noch anhören noch treffen. Wo ist also das Problem?

So ein Kommentar tut trotzdem weh. Glaubt mir, könnte ich mein Gehirn austauschen, ich würde es sofort tun. Aber es geht nicht, und den Clown spiele ich nicht mehr.  Auch wenn ich das durchaus kann. Aber nicht immer will. Da müsst Ihr Euch leider andere Spaßvögel suchen. Sorry.

Ratschläger

“Ja, dann musst Du halt mehr an die frische Luft gehen/Leute treffen/Sport machen/aufräumen/einen neuen Job suchen….to be continued.” Den Vogel schoss mal meine Mutter ab: “Du sitzt ja auch nur zuhause rum. Also ICH achte ja immer drauf, dass wir jeden Tag rauskommen. Ich bummel dann mit dem Papa durch den Supermarkt, da sind wir beschäftigt, und es ist gleich viel besser!”

Ha. Haha. Hahaha. Mal abegsehn davon, dass ich ja auch irgendwie einkaufen gehen muss und mich deswegen STÄNDIG in Muppets-com79irgendwelchen Supermärkten befinde, ist dieser Tipp geradezu grandios. Ich werde meinem Hirn mitteilen, beim Anblick der Auslagen von sofort an automatisch Serotonin ausschütte.

Es stimmt schon, ich merke es an mir selbst: Wenn ich mich mal wirklich dazu zwinge, unter (liebe) Menschen zu gehen oder eine Stadt zu erkunden, geht es mit danach tatsächlich besser. Aber es kostet mich auch viel Kraft. Es geht energetisch gesehen plusminus Null auf. Und klar liebe ich bestimmte Dinge, die ich gerne tue und die mir Kraft geben. Aber das ist immer nur von kurzer Dauer. Und hilft akut in einer schweren Phase gar nicht.

Dazu kommt: Viele von uns haben sich tiefgreifend mit unserer Krankheit auseinander gesetzt. Wir WISSEN, was theoretisch helfen SOLLTE. IHR solltet wissen, dass die praktische Umsetzung der Knackpunkt ist. Jeder Gang nach draußen ist wie der Start eines Marathons auf den Himalaja.

Auch, wenn sie lieb gemeint sind: Spart euch Eure Ratschläge. Seid einfach nur da und haltet uns im Arm, OBWOHL wir depressiv sind.  Das hilft mehr als tausend Worte.

Bewunderung

Ja. Ich kann es kaum glauben. Aber es gibt tatsächlich Menschen, die mich bewundern. Das kommt mir immer ganz seltsam vor, weil ich denke, ich mach doch gar nichts Besonderes. Dann erzählen sie mir, lovato_with_beaker___muppets____by_lovatoedittions-d3b14ybwie nett, schön, kreativ ich bin, was für eine tolle Mutter und Freundin und Ehefrau. Ich nicke dann – emotionslos. Das ist leider auch eine der depressiven Schattenseiten: Man glaubt dem andern nicht. Der muss doch völlig gaga sein, wenn er sowas sagt.

Aber je öfter ich es höre, umso mehr denke ich, das könnte doch stimmen. Ich könnte ja tatsächlich trotz Depression ein ganz wunderbarer Mensch sein. Wäre das nicht einfach – schön? Ich danke allen von Herzen, die einem depressiven Menschen ein Kompliment aussprechen und ihn wertschätzen.

Denn dafür lohnt es sich zu schreiben.
Dafür lohnt es sich zu leben.


Titelbild: ich
Fotos: (c) The Muppets 

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Is there anybody…

… out there – help me sing my song?

Ihr Lieben,

weil ich vermisst werde (danke, dass Ihr an mich denkt❤️), kurz ein kleines Zeichen: Das Leben fährt gerade Achterbahn mit mir. Ich bin wieder mal gekündigt worden – eine Stelle, die ich angenommen hatte, um jemanden aus der Patsche zu helfen. Der Mausebär ist in die Schule gekommen und steht jetzt jeden Tag mittags um eins auf der Matte. DeHasn war wieder unterwegs in der Welt und ich allein zu Haus (oder auf dem Arbeitsamt oder beim Arzt oder in der Physiotherapie oder beim Salzteigbacken…)

Ich hab mir den Außenspiegel abgefahren und kämpfe gerade mit der Versicherung, die erst sagte, sie übernehme de12189792_970877066291487_8947825813354643387_nn Schaden und jetzt nichts mehr davon wissen will. Und wenn ich schon dabei bin, schreibe ich dem Pressesprecher der GEZ böse Briefe, weil die sich meine Daten vom Einwohnermeldeamt gemopst haben, aber nicht raffen, dass ich seit drei Jahren nicht mehr alleine wohne und nun verheiratet bin *AAAAARGH*
Der ganz normale Wahnsinn eben, Ihr kennt das.

Ich überstehe Elternabende und Familienfeiern und Bewerbungsgespräche und übe mich in Großmut und Vergebung.  Zwischendurch ploppt die Vergangenheit auf und reißt mich in Fressstrudel, wobei diese nicht mehr so tief sind wie früher. Bei all dem versuche ich, nicht abzurutschen. Ich bin vorgestern 40 geworden und hadere damit, dass die Hälfte meines Lebens vorbei ist, und diese Hälfte ziemlich bescheiden war.

Auf der anderen Seite fühle ich mich so aufgehoben wie nie. Unsere kleine Familie und meine Freunde geben mir viel Kraft und stehen kompromisslos hinter mir. Meine Näherei entwickelt sich weiter… 12046925_752852831487680_4146317145651418258_nund wird bald etwas sein, was mich hauptberuflich beschäftigt. Ein großer psychosomatischer Klinikverband hat meinen Blog entdeckt und mir eine Kooperation angeboten (ich denke noch drüber nach).  Ich bin gerade völlig im Umbruch, und hoffe nur, dass die Depression nicht wieder zuschlägt.

Ich möchte noch so viel schaffen! Ich will meine Selbstständigkeit – in jedweder Hinsicht.

Jetzt sind gerade wieder Ferien, in denen der Mausebär bespaßt  werden will und ich trotz Kündigung brav ins Büro marschiere, um niemanden hängen zu lassen. Sobald ich eine ruhige Minute habe, melde ich mich ausführlich.

Bei Euch hoffentlich alles gut?

Alles Liebe, Patricia


Header: Pixar, Inside out
Foto oben: Meine Geburtstagskarte vom Hasn und meiner Familie. I love you!
Foto unten: Mein Werk.

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Geschafft

Ich – wir – haben es geschafft! Das Bild oben zeigt uns um Mitternacht bei unserer Feier, Frisuren und Outfits völlig aufgelöst – und wir beide überglücklich.

Zu diesem Zeitpunkt liegen 16 Stunden voller Aufregung im Fokus dutzender Menschen hinter mir. Und ich bin mächtig stolz, dass es trotz allem so ein wunderbarer Tag war und ich all meine Sorgen vergessen konnte. Mein Aussehen, was die Leute von mir denken… alles war mit einem Mal so egal. Und alle, wirklich alle Gäste waren zauberhaft und sagten uns immer wieder, wie schön wir selbst und unser Fest sei.

Der allerschönste Moment für mich war, als DeHasen mir den Ring an den Finger steckte. Ich musste so weinen in diesem Augenblick. Denn ich war so DSC04781erleichtert…mit einem Mal war ich eine Ehefrau, wir eine richtige Familie – sogar auf dem Papier – das Leben als alleinerziehende, sorgenbeladene, depressive Mutter ist endgültig vorbei.

Natürlich, ich weiß: Die Depression wird mich weiter begleiten, ein Leben lang. Aber es ist so unendlich leichter, wenn da jemand ist, der das mitträgt, wenn da etwas ist, das mich mitträgt: absolutes Vertrauen, eine Familie und eine große innige Liebe.

Nun sind wir zwei Tage verheiratet, sitzen im sonnigen Garten unserer Bloghütte, haben Besuch aus aller Welt – und noch immer ist es wunderbar. Ich bin sehr glücklich, dass ich mich getraut habe.

“Ach, Schatz”, sagt DeHasen gerade und verdrückt eine Träne, “wir haben so ein schönes Leben”.

Ja, das haben wir.

Passt auf Euch auf!


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Sonnentrost

Als diese schlimme Nacht heute endlich zu Ende ging und es hell wurde, fiel mein Blick auf unsere Kotzekatze. Sie saß vor der Tür und ihr Fell leuchtete. Sie hatte ein LED-Lämpchen verschluckt.

Nein, Scherz, natürlich nicht. Es war die Sonne, die immer in unserem Garten aufgeht. Sie hüllte Nini in ein ganz besonderes Licht, ein Trostleuchten, das mich hinaus in die Kälte gehen ließ, um ganz viel davon einzufangen. Und immer, immer wieder geht die Sonne auf.

Ich klemmte die Kotzekatze untern Arm und sah mir von meinem warmen Küchenstuhl aus den Sonnenaufgang an. In dieser Zeit kam die erste Nachricht. Es folgten weitere, Anrufe, SMS, Mails, Kommentare hier in meinem Blog auf meinen letzten Beitrag. Typisch ich hatte ich zuerst ein schlechtes Gewissen: Oh, Gott, Du hast sie aufgeschreckt, sie machen sich jetzt Sorgen, sie denken “Was hat die Alte schon wieder?”
Aber nein. Jedes einzelne Eurer Worte – Regina, Guido, Manu, Vero, Patricia, Belinda, Petra, Matthias, Birgit, Claudia, Katja und alle anderen! –  war und ist mir ein Trost, eine Sänfte, die mich durch die Depression trägt, ein Sonnenaufgang, der die nächtliche Hölle ausschaltet.

Ich danke Euch sehr dafür!

Heute Morgen hatte ich außerdem ein langes Telefonat mit meinem Bruder. Der Gute hat nicht nur bei meinen Eltern auf den Tisch gehauen und sie dezent *hust* gebeten, an meiner Hochzeit einfach mal die Klappe zu halten (ich liebe Dich dafür!!). Er stellte auch die entscheidende Frage: “Welche Dosierung nimmst Du eigentlich gerade?” Da fiel mir ein, dass ich schon seit Wochen, vielleicht Monaten keine einzige Tablette meines Antidepressivums mehr geschluckt hatte, ich habe sie einfach vergessen. Und außerdem war ich ja ab und an bei meinem Prof – was sollte schon schief gehen.

Tja, genau das: teuflische Depression. Sie saugt Dein letztes Transmitterchen Serotonin auf, aber bis Du dahinterkommst, gaukelt sie Dir weiter ist-ja-alles-supi-dupi vor. Bis Du im nächsten Tief steckst (das geht echt über Nacht!) und es Wochen dauert, Deinen Hormonhaushalt mit Medikamenten wieder aufzufüllen.  Ich falle aber auch jedesmal drauf rein. Merde! Eine Freundin schrieb mir:

“Depressionen sind einfach nur pervers. Sie teilen nichts mit. Sie machen nur kaputt um des Kaputtmachens Willen. Auf keinen Fall hinhören. Sie sind die Sirenen des Odysseus.”*

Ich rief mir ins zermaterte Hirn, was ich Euch ständig predige: Sirenen kümmern sich nicht um  Verhaltensregeln und gute Vorsätze. Grundlagen der Psychotherapie sind Ihnen scheißegal. Du musst Deine Ohren vor ihnen verschließen. Und das geht nur, mit einem intakten Hirnstoffwechsel, der alle Eindrücke ins recht Licht rückt. Finde den Fehler!

Das hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Möchte ich von mir behaupten können, ich besiege meine Sirenen  mit Willenskraft – eine Stoffwechselerkrankung mit bloßen Worten? Jeden Tag 24 Stunden jede Sekunde, jeden Moment? Noch über 1000 weitere Trigger hinweg?

Nein. Das möchte ich nicht. Ganz entschieden nicht. Nehmen wir an, ich würde 80 Jahre alt. Dann hätte ich nun schon die Hälfte meines Lebens damit vergeudet. Das ist zu viel.

Ich akzeptiere hiermit, dass meine Form der chronischen Depression nicht mit einer Verhaltenstherapie (und leider auch nur ganz, ganz, ganz schwer mit CBASP**) zu heilen ist. IchIMG_0278 habe jetzt wieder mal zwei Jahre durch – und ja, vieles hat sich gebessert. Aber nicht genug, um normal leben zu können. Verhaltenstherapie ist eine tolle Ergänzung, wenn man psychisch stabil ist, um Tricks und Kniffe fürs Leben zu lernen oder zu schauen, welches Trauma eine Depression verursacht hat. Alleiniges Allheilmittel ist sie leider nicht. Oder wie mein alter Psychiater immer sagte: “Du wirst Deine SSRI ein Leben lang nehmen müssen. Aber das ist völlig in Ordnung so.” Eben.

Nun beginnt eine neue Nacht. Sie wird wieder einmal die erste sein auf dem Weg zur Besserung.

Wünscht uns einen guten Schlaf!


* Antwort einer lieben Freundin auf meinen letzten FB-Eintrag
** Ich bin nächste Woche zur Auswertung meiner Ergebnisse zwei Jahre nach Ablauf der Studie im ZI Mannheim. Ich halte Euch auf dem Laufenden.

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Heile, heile Herzchen

Eigentlich wollte ich Euch heute etwas ganz Bestimmtes erzählen. Aber dann ist etwas ganz anderes passiert: Unvermittelt und wie aus dem Nichts nahm mich eine Person in den Arm und sagte mir tausend zauberhafte Dinge. Wie toll und stark ich sei, wie schön, welch gute Mutter. Dass sie jeden einzelnen meiner Blogbeiträge gelesen und sich sehr um mich gesorgt hätte. Und diese Person war nicht DeHasen (der mir das auch jeden Tag sagt, aber der ist ja parteiisch…), sondern jemand, denn ich nur ab und an treffe.

Ich will das hier nicht alles detailliert aufschreiben. Aber während diese Person mich an der Hand hielt, kam sie mir vor wie ein Engel, der da vor mir stand. Der mit jedem Wort, das er sprach, mein Herz ein Stück heIMG_1487 Kopieilen lies. Es kam mir vor, als spräche sie all die Dinge aus, auf die ich jahrelang umsonst gehofft hatte, die meiner Mutter nie über die Lippen gekommen waren. In meinem Innern wurde es warm, es begann zu leuchten, und dieses Leuchten halte ich seither ganz, ganz fest. Es ist klein und fein – und es ist mein.

Kitschig, ich weiß. Aber in diesem Moment habe ich erfahren, wie wichtig es ist, anderen Leuten zu sagen, wie fabelhaft und schön sie sind. Von Angesicht zu Angesicht. Gerade, wenn es ihnen nicht gut geht. Ohne Wenn und Aber. Sie in den Arm zu nehmen, zu akzeptieren wie sie sind. Sie vertrauen zu lassen, dass man verlässlich für sie da ist. Wie einfach es ist, Herzen heilwerden zu lassen!

Immer, wenn Du meinst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her. Das war also damit gemeint.

Danke. Von Herzen.


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Mein Partner ist depressiv

Die Diagnose ist das eine. Damit leben, das andere. Denn eine Depression macht nicht nur dem oder der Betroffenen das Leben zur Hölle, sondern auch auch Freunden und Angehörigen. Gerade (Ehe-)Partner trifft es schwer, wenn sie den geliebten Menschen nicht wiedererkennen, als hätte über Nacht ein Alien von einem anderen Stern sein Gehirn ausgesaugt und nur noch die Hülle zurückgelassen. Nichts dringt mehr zu ihm vor, alle Versuche, ihn aufzumuntern oder ihm zu helfen, scheitern. Viele Angehörige tragen so schwer an dieser Last, an dieser Verantwortung, dass sie nicht selten selbst in ein Burn-Out oder eine Depression geraten.

„Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was Du Dir vertraut gemacht hast“, sagt der Fuchs zum kleinen Prinzen. Eine schwere Bürde. Müsst Ihr sie ein Leben lang tragen? Nein. Aber wenn Ihr möchtet, helfe ich Euch dabei. Hier findet Ihr Tipps, wie Ihr Depressionen bei Eurem Partner, einem Freund oder Familienmitglied erkennen und ihn oder sie dabei unterstützen könnt, wieder gesund zu werden. Eine Bitte: Wenn Ihr Fragen habt, fragt, egal was! Ich will versuchen, aus meiner Erfahrung heraus auf alles eine Antwort zu finden.*

Woran erkenne ich, dass mein Partner depressiv ist?

  • Jegliche Gefühlsregung schwindet aus seinem Gesicht, seine Mimik wird zur starren Maske.
  • Er schläft abends nicht ein oder tigert schon frühmorgens durchs Haus, weil er nicht schlafen kann. Drei Uhr ist ein typsicher Zeitpunkt, an dem Depressive aufwachen und nicht mehr zur Ruhe kommen können.
  • Er ist ständig am Grübeln und sorgt sich um alles. Er hat Angst vor der Zukunft und weiß nicht, wie es weitergehen soll.
  • Er hat scheinbar zu nichts mehr Lust, vernachlässigt Hobbys, Freundschaften und…
  • … vor allen Dingen sich selbst. In einer depressiven Phase ist es für mich beinahe schon schmerzhaft, schöne Kleider zu tragen oder mich zu schminken. Allein die tägliche Hygiene kostet immens Kraft. Ich kann es einfach nicht tun – als ob ich körperlich gelähmt wäre.
  • Er kann nicht mehr lachen, gar nicht, weder über Witze noch lustige Filme.
  • Er verfällt auch im Job in eine Starre, umgeht Termine, zögert Abgaben hinaus, sucht nach Entschuldigungen dafür, lässt sich krankschreiben, um seiner Pflicht nicht nachkommen zu müssen.
  • Einige Betroffene weinen oft aus für andere nicht ersichtlichen Gründen. Andere zeigen gar keine Gefühle mehr.
  • Dazu gehören auch Liebe, Nähe, Empathie, sogar dem eigenen Partner gegenüber.
  • Er isoliert sich, zieht sich zurück, meidet Menschen.
  • Er kann sich einfach nicht entspannen, selbst im schönsten Urlaub nicht.
  • Alles ist negativ, auch im Positiven sieht er nur das Schlechte.
  • Manche Depressive werden schnell aggressiv, andere gehen drohenden Konflikten sofort aus dem Weg und rennen sprichwörtlich davon.
  • Suchtverhalten kann ein Anzeichen sein – sei es der übermäßige Konsum von Alkohol oder auch von Zucker.
  • Typisch ist der sprunghafte Wechsel von der Depression in die Manie: Plötzlich haben Betroffene den einen großen Plan parat, der ALLES ändern wird (Auswandern, neuer Job, Kürbisse züchten). In einer solchen Phase werden auch abrupt Beziehungen oder Freundschaften beendet oder gegen neue eingetauscht, ohne dass der andere erkennen kann, warum.
  • „Ich will nicht mehr leben“, „Ich kann nicht mehr“. Wer von Depressionen gequält wird, sieht manchmal den Freitod als einzige Lösung. Hört Ihr so etwas von Eurem Partner, versucht, mit ihm zu reden und kontaktiert den Arzt Eures Vertrauens. Depressive nutzen solche Worte nicht, um andere zu erpressen. Manche sind wirklich so fertig, dass sie dem Leiden nur noch ein Ende setzen möchten

Was Eurem Partner nicht hilft

  • Sprüche wie: „Ach komm, draußen ist doch so tolles Wetter!“ oder „Komm endlich in die Puschen!“ oder „Stell Dich nicht so an!“ oder „Du musst einfach mal positiv denken!“ Wenn das so einfach wäre, würden Depressive es tun. Aber sie können es nicht, und ihnen geht es nur noch schlechter, wenn sie durch solche Kommentare ständig auf ihre Defizite hingewiesen werden.
  • In diese Kategorie fällt auch der blöde Spruch „Sei ein Mann!“. Depression ist eine Krankheit, keine (Charakter-)Schwäche. Wenn er nicht kann, hat das sehr wohl Gründe. Bei ihr übrigens auch.
  • „Du markierst ja nur!“ oder „Du willst ja nur im Mittelpunkt stehen!”, ist genauso verletzend wie unzutreffend. Nichts lieber als in der Versenkung verschwinden würden Depressive.
  • „In Afrika verhungern Kinder!“ Natürlich gibt es Menschen auf der Welt, denen es objektiv gesehen sehr viel schlechter geht. Aber das ändert nichts an der Depression und macht den Betroffenen nur noch mehr Kummer, weil es Schuldgefühle verstärkt.
  • Ja, eine Faschingsparty ist lustig. Aber nicht für jemanden, dem es seelisch gerade sehr schlecht geht, der Angst vor Menschen hat und am liebsten unsichtbar sein würde. Zwingt ihn nicht dazu, etwas zu tun, was er nicht möchte und akzeptiert, dass er gerade einfach nicht in der Lage dazu ist, auch „nur schnell auf nen Kaffee zum Nachbarn rüber“ zu gehen.

Was Eurem Partner hilft

  • Es ist oft schwierig, mit einem depressiven Menschen Kontakt aufzunehmen. Viele blocken ab oder behaupten, ihnen fehle gar nichts. Depression ist heute immer noch ein negativ besetzter Stempel, den keiner auf der Stirn haben möchte. Zu der Angst, was denn wohl die Leute dazu sagen würden, kommt die Angst „verrückt“ zu sein und in „der Klapse“ zu enden.
    Der erste Schritt, dem entgegenzuwirken ist, Euch selbst zu informieren: Was ist eine Depression überhaupt, welche Formen gibt es, welche Behandlungsmethoden? Und ganz wichtig: Wo in der Nähe findet Ihr Hilfe? Hier könnt Ihr einiges nachlesen, ansonsten scheut Euch nicht, selbst zum Arzt Eures Vertrauens zu gehen und ihm von Euch und Eurem Partner zu erzählen.
    Ich bitte Euch dabei eindringlich, nicht zu selbsternannten Heilern oder pseudopsychologischen Lehrern oder so genannten Coaches zu gehen! In jeder Stadt gibt es in den Krankenhäusern psychiatrische Ambulanzen mit Notfallsprechstunden. Dort findet Ihr fundiert ausgebildetes Fachpersonal, das Euch weiterhelfen wird und bekommt zügig und vor allem kostenlos einen Termin.
  • An dieser Stelle ein Wort an alle Alleinerziehenden: Bevor ich DeHasen kennenlernte, war auch ich jahrelang mit dem Mausebären alleinerziehend. Das war meiner Depression natürlich egal, sie kam regelmäßig wieder. Denn gerade als Alleinerziehende habt Ihr ein Stress-Abo. Wenn es Euch trifft und Ihr keinen Menschen habt, der Euch unterstützt – geschweige denn einen Partner – und es Euch sehr schlecht geht, lasst Euch krankschreiben. Es nützt niemandem, wenn Ihr Euch bis zur Erschöpfung durchs Leben schleppt, am wenigsten Euren Kindern und Euch selbst!
    In meiner akuten Phase war ich ein halbes Jahr zuhause, und in dieser Zeit habe ich es gerade mal geschafft, den Mausebärn morgens in die Kita zu bringen und nachmittags wieder abzuholen sowie einen Grundstandard an Ernährung und Hygiene aufrecht zu halten. Mit einem Job zusätzlich hätte ich das nie geschafft!
    Auch, wenn Ihr in eine Klinik müsst (keine Angst, für Euer Kind wird gesorgt werden), nutzt diese Zeit, um wieder Kraft zu tanken und zur Therapie zu gehen. Nur so habt Ihr eine Chance, weiterleben zu können. Eure Firma und Euer Umfeld sterben nicht, wenn Ihr ein halbes Jahr pausiert. Ihr allerdings sehr wohl, wenn Ihr es nicht tut!
  • Habt Ihr Euch informiert, ladet Euer (neues) Wissen nicht ungefiltert bei Eurem kranken Partner ab. Sich einzugestehen, depressiv zu sein, ist schwer genug. Wenn andere einen vehement darauf hinweisen und gute Ratschläge geben, fühlt man sich nackt und bloßgestellt und zieht sich noch mehr zurück. Versucht, das Thema behutsam anzugehen. Zum Beispiel, indem Ihr bei Euch zuhause unaufdringlich Lektüre zum Thema bereitlegt, die der Betroffene dann zur Hand nehmen kann, wenn er möchte.
  • Oder fragt Euren Partner vorsichtig, was denn mit ihm los sei. Lasst ihn reden, hört einfach nur zu, gebt keine Ratschläge. Das hilft schon ungemein.
  • Ist Euer Partner offen für Hilfe, begleitet ihn zum Arzt, damit er sich nicht allein und als Versager fühlt. Mir hilft die Erfahrung sehr, dass DeHasen auch in meiner tiefsten Depression bei mir ist und ich nicht einsam und verlassen an breiter Front kämpfen muss. Aber auch das musste ich erst einmal lernen.
  • Eine Depression kostet immense Kraft, Kraft, die für Haushalt oder Familie nicht mehr zur Verfügung steht. Gerade mit Kindern ist ein depressives Leben sehr anstrengend. Entlastet Euren Partner ab und an, schafft ihm Freiräume, damit er sich erholen kann. Aber Obacht: Nehmt ihm nicht alles ab, lebt nicht sein Leben für ihn! Depressive brauchen Aufgaben und einen Alltag, an dem entlang sie sich auf dem Weg zur Besserung aus dem schwarzen Loch wieder heraushangeln können.
    An dieser Stelle ein sehr wichtiger Ratschlag an alle Angehörigen: Unterstützung, Hilfe, Fürsorge, Liebe hilft Depressiven ungemein, wieder ans Licht zu finden. Aber  verliert Euch dabei selbst nicht! Gebt Euch selbst nicht auf – vor allem lauft nicht Gefahr, in die Therapeutenrolle zu rutschen oder den Partner alleine kurieren zu wollen. Das schafft Ihr nicht! Am Ende droht Euch selbst ein Burn-Out oder die Co-Abhängigkeit. Ich bin sogar der Meinung, dass es an der Zeit ist, einen Partner zu verlassen, wenn er Jahr um Jahr an seiner Depression festhält und jegliche Hilfe ablehnt. Und das sage ich als selbst Betroffene! Passt also bitte auf Euch und Euer Leben auf
    .
  • Weil Depressive erstarrt sind, fällt ihnen Bewegung unglaublich schwer. Dabei tut es so gut, Körper und Geist in Schwung zu bringen. DeHasen und ich tanzen. Früher auf Turnieren, heute nur noch so zum Spaß. Einmal die Woche ist Tanzkreis. Wenn ich depressiv bin, erfinde ich immer wieder neue Ausreden, nicht hinzumüssen. Obwohl es mein liebstes Hobby ist! Aber einmal fühle ich mich zu fett, das andere Mal von den Menschen dort überfordert, beim dritten Mal war die Woche zu anstrengend.
    Doch das Verrückte ist: Sobald ich den Trainingssaal betrete, die Luft schnuppere, die Musik höre und wir die ersten Schritte auf dem Parkett tun, bin ich ein anderer Mensch – nämlich wieder ich selbst. Es ist mein Anker, der mich im normalen Leben hält. Vielleicht findet Ihr ja gemeinsam ein Hobby, eine Sportart, bei der es Euch beiden ähnlich geht, bei der Ihr die Depression einfach für ein paar Stunden die Woche hinter Euch lassen könnt.
  • Stress ist das Futter der Depression. Je mehr Stress, umso stärker die Krankheit. Dummerweise ist ein Betroffener so in seiner Dunkelheit gefangen, dass er kein Licht am Ende des Stresstunnels sieht. Dann redet mit Eurem Partner und helft ihm, Ideen zu finden, wie er den Stress reduzieren kann. Wenn ich mal wieder nicht aus der Stressspirale finde, spreche ich mit DeHasen. In den allermeisten Fällen hat er einen Geistesblitz, der so einfach wie genial ist, auf den ich aber selbst nie gekommen wäre.
  • Das Glückskonto: Als es mir sehr schlecht ging, schenkte mir DeHasen ein großes Einmachglas und einen Block mit bunten Zetteln. Immer, wenn ich etwas Schönes oder Positives erlebte, sollte ich es aufschreiben und ins Glas werfen. Am Ende des Jahres öffneten wir das Glas und lasen gemeinsam, was ich auf meinem Glückskonto verbucht hatte. Ich war sehr erstaunt, was ich alles geschafft und Tolles erlebt hatte – denn in meiner (depressiven) Erinnerung war wie immer alles schwarz.

Akzeptieren, nicht negieren

  • Viele Depressive genesen vollständig, genauso viele wie ich zum Beispiel bleiben jedoch ein Leben lang depressiv. Dann muss man damit leben lernen. Und das funktioniert nur, indem man die Krankheit akzeptiert. Es hilft ungemein, wenn aus der Geheimniskrämerei ein offener Umgang und Austausch wird und Euer Partner merkt: Ihr steht hinter ihm, auch wenn seine Krankheit bekannt ist, auch wenn sie ein Leben lang bleibt.
  • Blöder Spruch, aber Wissen ist Macht: Wer weiß, wie eine Depression entsteht, welche chemischen Reaktionen dabei im Körper stattfinden, wie man sie behandeln kann, fühlt sich nicht mehr hilflos und kann auch anderen gegenüber selbstbewusster auftreten, die immer mal wieder fragen: „Oh Gott, wie hältst Du das nur aus?!“ Also informiert Euch. Wo, habe ich oben schon geschrieben.
  • Trigger (Reize) sind heimtückisch, weil kaum ein Partner weiß, was seinen Liebsten triggert und wann. Plötzlich geht es dem andern sehr schlecht, obwohl ihr überhaupt keinen Grund erkennen könnt. Redet miteinander und findet heraus, welche Schlüsselreize ihn in die Depression treiben. Das können einzelne Wörter sein, Erlebnisse, die bei ihm traumatisch besetzt sind, Orte oder bestimmte Ereignisse wie Urlaub.
    Achtet gemeinsam darauf, dass Ihr solche Trigger meidet oder damit umzugehen lernt. Nichts ist für Partner von Betroffenen schlimmer, als hilflos mit ansehen zu müssen, wie der Liebste sich im Kreis dreht und wendet und daran verzweifelt.
  • Depressive, die zwischendurch eine manische Phase haben, in der sie Berge versetzen möchten, überschätzen sich dann oft und bürden sich Dinge auf, die später wieder zu Stress führen. Helft Eurem Partner, indem Ihr ihn fragt, ob dieses Hobby oder dieses Projekt jetzt gerade wirklich sein müssen. Erinnert ihn daran, dass ihm zu viel Stress schadet.
  • Verachtet niemanden, der Medikamente nehmen muss und sprecht nicht abfällig über Psychopharmaka. Weil die wenigstens wissen, wann und warum Antidepressiva manchmal die letzte Rettung für Depressive sind, verurteilen sie Arznei als „Wunderpillen“, „bunte Pillen“, „Glückspillen“ oder gar als Drogen, Betroffene als „Junkies“ oder Leute, die sich einfach mal zum Spaß was einwerfen.
    Das ist sehr verletzend für Depressive! Oft ist ein Medikament die letzte Rettung vor dem (Frei)tod. Und gerade für chronisch Depressive, deren Hirnstoffwechsel dauerhaft außer Gleichgewicht ist, die einzige Möglichkeit, überhaupt ein normales Leben zu führen. Sind Medikamente bei Eurem Partner nötig, erklärt es Euch und anderen wie Diabetes: Ein Diabetiker, der kein Insulin erhält, wird auf Dauer ohne das Mittel  ebenfalls grausam krepieren.
  • Und zuguterletzt: Liebt Euren Partner wie bisher! Ich weiß, es ist schwierig. Aber dieses seltsame Wesen, das Euch gerade teilnahmslos gegenübersteht, ist nicht Euer Partner selbst. Es ist die Depression, die ihn besetzt. Und die ihn gerade lähmt, Euch das zu sagen, was er tief innendrin empfindet: Ich liebe Dich und danke Dir dafür, dass Du da bist.

“Ich liebe Dich, weil Du es gerade nicht kannst.”
DeHasen


*Auch an dieser Stelle noch einmal der Hinweis, dass ich weder Therapeut noch Arzt bin. Ich schreibe meine Erfahrungen als Betroffene nieder. Wo Ihr fundierte Hilfe findet, lest Ihr hier.
Zeichnung im Header: Matthew Johstone

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Betrogen und belogen

Ich HASSE moderne Kinderlieder. Ganz besonders, wenn sie von Rolf Zuckowski sind. Dieser singende erhobene Zeigefinger geht mir mächtig auf den Zeiger. Aber wenn es den Mausebären glücklich und vor allem still macht, ertrage ich ihn. Wie letzte Woche auf der Heimfahrt vom Stall.

Doch dann erwischt er mich. Ihr wisst schon. Wenn der Text Euch auf einmal einfängt, Eure Ohren hängenbleiben, Ihr ins Lied*  eintaucht und denkt: Singt der von mir?

Du sagst, du kannst nicht singen?
Gelogen! Gelogen!
Du hast vor allen Dingen Dich selber betrogen.

Während der Mausebär hinter mir auf den billigen Plätzen weiterträllert, kommen mir die Tränen. Ich bin gerührt. Betroffen. Getroffen. Warum?

Es gab eine Zeit, da konnte ich singen. Ich habe gesungen, bis sich die Balken bogen. Jede freie Minute. Zuhause zur Gitarre. Draußen im Chor. In der Band. Im Kammerensemble. Zu IMG_1113Ausstellungseröffnungen und Hochzeiten. Am allerschönsten war „Dream of Gerontius“ von Elgar mit hundert anderen Sängern und Orchester in einer mittelalterlichen Kirche. Als der letzte Ton verklungen war, läuteten die Glocken. Und schwiegen dann wieder. Ich auch.

Es kamen Leute, die sangen besser. Vielleicht sangen sie auch nicht besser. Aber meine Eltern fanden das wohl. Es gab den Morgen nach einem Konzert, an dem ich lobheischend und stolzgeschwellt in die Küche kam und allen alles erzählen wollte. Von meinem Triumph. Wir hatten „Hard to say I’m sorry“ zweistimmig interpretiert. Unplugged. Nur zur Gitarre. Wir waren die Stars des Abends! Allein, es kam nicht dazu. Mit dem Satz „Hattest Du gestern nichts anderes anzuziehen als die alten schwarzen Hosen?!“ war der Zauber verflogen und ich verstummt. Wieder mal.

So erging es all meinen Talenten. Ich konnte malen wie ein Meister. Ich konnte tanzen wie ein Derwisch. Ich koIMG_1110nnte reiten wie der Blitz. Aber es interessierte niemanden. Und wenn, dann nur, wenn ich vermutlich etwas falsch dabei machte. Ich wurde unsicher, ich strauchelte, ich zitterte, ich stellte mich und meine Talente in Frage und gab immer häufiger auf. Und immer früher. Saß ich zuvor stundenlang versunken an einem Bild, kritzelte ich jetzt schnell was dahin, nur um bestätigt zu sein, dass es Scheiße war. Alle anderen Mädchen wurden Ballettelfen und brillierten auf Reitturnieren.

Ich zog mich in mein Kämmerlein zurück und vergaß. Immer mal wieder dachte ich: Ach, Du konntest doch mal so gut… Und probierte es. Aber es kam nichts Gutes dabei heraus.

Bis, ja bis ich im September meine Auszeit antrat und Zeit hatte. So viel Zeit. Beim Stöbern im Internet fand ich durch Zufall Stoff. Also, den zum Nähen. Ich war fasziniert. Diese Farben! Diese Muster! Ich recherchierte und recherchierte, und bald landete der erste Ballen in unserer Bloghütte. Dieser Anblick! Dieses GeIMG_1112fühl! Schon lange nicht mehr hatte ich etwas in der Hand gehabt, was so weich, so fließend, so voller Qualität war.

Ich fieberte meinem Geburtstag entgegen. Die Familie hatte zusammengelegt, und am Morgen des 22. Oktobers hatten DeHasen und mein Mausebär sie liebevoll auf dem Gabentisch drapiert: meine neue Nähmaschine!

Ich blätterte einmal quer durch die Gebrauchsanweisung und legte los.

Halt.

Ich legte eben nicht einfach mal so los. Ich nahm mir Zeit. Zeit, die Gebrauchsanweisung von vorne bis hinten durchzulesen. Zeit, die einzelnen Striche eines Schnittmusters abzupausen und jede einzelne Linie behutsam mit dem Bleistift nachzufahren. Zeit, den Fadenlauf des Stoffes zu ertasten, um den Zuschnitt genau danach auszurichten. Zeit, alle nötigen Stücke sorgfältig und genau auszuschneiden. Zeit, zusammenzunähen, was zusammengehörte. Und Zeit, alles wieder aufzutrennen, weil es falsch war.

Ich staunte: Das machte mich weder wütend, noch aggressiv, noch gab ich auf! Mit einer Engelsgeduld und meinem verpflasterten Daumen (hatte dummerweise drübergenähtIMG_1117) in der viel zu kleinen Schere löste ich den Faden vom Stoff, wohlbedacht, dem wertvollen Stück nicht zu schaden. Ich spürte, wie mich das entspannte. Diese Arbeit mit den Händen, diese langsame Behutsamkeit, diese Liebe zum Detail. Ich fand meine Ruhe wieder. Meine Geduld. Meine Freude. Und meinen Glauben, dass alles, was ich da fabrizierte, gut werden würde.

Und es wurde gut. Ich nähte ein um das andere Kleidungsstück. Und jedes einzelne ist zauberhaft. Noch immer kann ich es nicht fassen, wenn ich den Fuß meiner Nähmaschine hebe und den Stoff herausnehme. Dass der so gerade vernäht ist, dass jedes Teil zum andern passt. Dass daraus Dinge entstehen, die einfach nur … schön sind.

Nach jeder einzelnen Naht renne ich zu DeHasen, hüpfte vor ihm auf und ab wie ein Kind vorm Weihnachtsmann und schreie: „Schau! Da! Die Naht! Ganz gerade! Hier! Sieh! Mein erstes Bündchen! Guck! Da! Der perfekte Ärmel!“

Seit ich das entdeckt habe, sprudle ich über. Ich kann mich kaum halten vor neuen Ideen, neuen Stoffen. Ich bin süchtig danach. Es istIMG_1121 mein Antidepressivum: Sew your Song! ** Unsere Bloghütte quillt über – vor Nähzeug, vor neuen Stücken, vor Freude, vor Energie. Leute kommen und sagen: „Boah, ist das toll, was Du machst! Kannst Du mir auch so was nähen?“

Das macht mich stolz. Auf mich und auf etwas, was langelangelange ganz tief in mir verbuddelt war. Ein bisschen wie das Schreiben. Und definitiv ein Talent – mein Talent!

Du sagst, Du kannst nicht singen?
Gelogen! Gelogen!
Schon bald sind Deine Zweifel
verflogen, verflogen.
In Zukunft sing und denk nicht dran,
ob jemand schöner singen kann.
Denn keiner singt genau wie DU.
Drum hören wir DIR gerne zu!


* Hier könnt Ihr das Lied ab Minute 6:25 anhören. Aber auch das erste Lied in diesem Video passt an dieser Stelle perfekt. Aufgenommen wurde übrigens in Mainz ;-)

** Praxistipp: Ihr seid genervt, weil Euch nie was gelingt? Ihr werdet aggressiv, wenn Ihr etwas tut, was schnellstmöglich fertig sein soll und danach total doof aussieht? Schnappt Euch ein Blatt Butterbrotpapier und irgendein Bild. Legt das Butterbrotpapier auf die Zeichnung. Paust sie durch. Mit dem Bleistift. Gaaanz langsam. Gaaanz behutsam. Dann nehmt eine Schere und schneidet entlang der gepausten Linien das Bild aus. Gaaanz langsam. Gaaanz behutsam. Atmen nicht vergessen! Lasst Euch Zeit. Und wenn Ihr fertig seid, hebt Euer Werk hoch und begutachtet es gebührend. Ihr könnt stolz auf Euch sein!

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Meilenstein

Meine Mutter: “Des Kleid gefällt mer awwer net.”*
Ich (lache und strecke ihr die Zunge raus):
“Ich zieh’s aber trotzdem an!”

Fortschritt 2.0.

 * Ausdruck höchster Abscheu sowie jahrelang erprobter (und bis vor kurzem sehr
erfolgreicher) Manipulationsversuch

Foto: stylbruch 

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Urlaub

Spurenleser

Es ist soweit: Die Bloghütte macht Urlaub! Wir packen unsere
sieben Sachen und schlagen für zwei Wochen unsere Zelte am Meer auf. Wellenwandern, Muschelnkuscheln, Sandstreicheln.

Apropos Sand: Kennt Ihr noch dieses Gefühl unter den Füßen? Der weiche, warme Strand, der bei jedem Schritt weicht, sich zwischen die Zehen schmuggelt auf dem Weg in die Wellen? Dann der kühle Schlick, Stehen auf der Stelle – zwei, drei, vier – bevor Ihr eintaucht, kühl und samten? Und wenn Euch die Küste dann mit einem dicken Schmatzer wieder freigibt und Ihr weiterzieht, bleiben sie, die

Spuren im Sand

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten, Streiflichtern gleich,
Bilder aus meinem Leben.

Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigenen und die meines Herrn.

Als das letzte Bild an meinen Augen vorüUrlaub2bergezogen war,
b
lickte ich zurück.
Ich erschrak, als ich entdeckte, dass an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur zu sehen war.
Und das waren gerade die schwersten Zeiten meines Lebens.
Besorgt fragt
e ich den Herrn:
“Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am meisten brauchte?”

Da antwortete er: “Mein liebes Kind,
ich liebe dich und werde dich nie allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen.”

Ich wünsche Euch eine wunderbare Sommerzeit. Und die Gewissheit, dass Ihr nie alleine geht – an welchem Strand auch immer.

PS an alle Einbrecher: Unsere Lieblingsnachbarn sitten rund um die Uhr unsere Hütte, und unsere Kotzekatze mag am liebsten Frischfleisch.
Übrigens auch rund um die Uhr.

Spuren im Sand,  ©1964 Margaret Fishback Powers

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