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Mama ist depressiv

Das arme Kind. Was wird aus ihm, bei der Mutter?

Ich kann Euch beruhigen. Es wird ein völlig gesunder, glücklicher, pflegeleichter Sonnenschein! Keine Frage. Es gibt Millionen vernachlässigter, verwahrloster Kinder auf der Welt. Deren Eltern es nicht auf die Reihe kriegen, ihnen Geborgenheit und einen guten Start ins Leben zu geben. Aber das sind mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht die depressiven. Wir tun alles dafür, dass es unseren Kindern gut geht, damit sie später nicht so leiden müssen wie wir, dass sie ein gesundes Selbstbewusstsein haben, sozial kompetent sind und niemals an sich zweifeln. Niemals!

Reden hilft

Fragt nicht, wie viele Ratgeber ich gewälzt, wie viele Fachleute ich befragt, wie viele Nächte ich durchgrübelt habe. Aus Angst und Sorge, mein Kind würde ebenfalls depressiv – das schlechte Gewissen immer im Nacken. Aber meine Tochter ist normal! Warum? Weil ich es auch bin. Wir sind eine ganz gewöhnliche Familie, wir lieben uns, wir zicken uns an, es gibt feste Regeln (die immer mal wieder heiß diskutiert werden, Ihr wisst schon: Es ist nur eine Phase…) und Kuschelmomente, wann immer wir sie brauchen.

Meine Tochter fragt viel, und ich erkläre viel. Wenn sie merkt, dass was im Busch ist, muss ich ihr das begreifbar machen. Sonst lässt sie nicht locker. Hat sie es verstanden, ist das Thema für sie erledigt. Ich bin stolz auf sie und auf das Vertrauen zwischen uns.

Seinem Kind gegenüber fair zu bleiben, es ohne die Depression im Nacken zu sehen, zu behandeln und großzuziehen, kostet natürlich Kraft. Manchmal ist diese Kraft am Ende, gerade, wenn Ihr auch noch alleinerziehend seid – ich weiß. Deshalb meine Bitte: Wenn Ihr beobachtet, dass Ihr Eurem Kind Unrecht tut, dass Ihr ständig weinen müsst und Euer Kind Euch tröstet, wenn Ihr überfordert mit allem seid, sucht Euch Hilfe. Bitte.

Schicksal Depression?

Studien haben ergeben, dass Depressionen als Folge von emotionaler Vernachlässigung und psychischer Gewalt in der Kindheit entstehen. Kinder, die das erfahren haben, werden nicht schizophren oder narzisstisch. Sie werden depressiv. Je früher in der Entwicklung wir ein Trauma erfahren, umso vulnerabel werden wir. Also achtet auf Euch und Eure Kinder.

Ein Wort zur Genetik: Es gibt gewisse Belege, dass Depressionen vererbbar sind. Aber wie wir wissen, macht Genetik gottseidank nur einen Teil des Menschen aus, zu dem wir werden. Denn die ererbte Disposition kann in ihrer Ausprägung durch die Umwelt und selbst gesammelte Erfahrungen modifiziert werden. Bei vulnerablen Menschen allerdings ist dieser Faktor vermindert. Das heißt, auch in einer perfekten späteren Umgebung werden Kinder, die früh ein seelisches Trauma erlitten haben, als Erwachsene stets gegen Depressionen kämpfen müssen.

Denkt bitte daran. Und sagt es bei Gelegenheit auch Euren Eltern.

Header-Zitat: © Frank Hartmann

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2 Gedanken zu „Mama ist depressiv“

  1. Klar kommen alle Kommentare hier an :-)

    Liebe Keana,

    vielen Dank für Deine Zeilen! Sei stolz auf Dich, dass Du auf dem Weg bist! Ja, es wird besser und leichter….ich wünsche Dir alles Gute!

    Lg Patricia

  2. Ich weiß nicht, wie ich hier einen Kommentar so abschicke, dass er auch erscheint. Ich weiß auch gar nicht, ob die bei dir ankommen?

    Danke für diesen Text! Besonders für den ersten Absatz. Wie viele Gedanke mache ich mir um meine Kinder und wie viele bzw. wie wenige um mich selbst?! Aber es wird besser! Und ich bin froh und stolz, dass ich mich auf den Weg gemacht habe.

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Tür an Tür mit der Depression

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